Rente: Hubertus Heil rechnet mit Anstieg über Inflationsrate - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Finanzen im Alter Arbeitsminister Heil rechnet mit Rentenanstieg über Inflationsrate

2024 ist eine kräftige Erhöhung der Renten laut Arbeitsminister Heil möglich. Auch die Beiträge für Arbeitnehmer können dem SPD-Politiker zufolge stabil bleiben.
Hubertus Heil: Verspricht ein neues Rentenpaket in wenigen Wochen
Hubertus Heil: Verspricht ein neues Rentenpaket in wenigen Wochen

Hubertus Heil: Verspricht ein neues Rentenpaket in wenigen Wochen

Foto: Political-Moments / IMAGO

Gute Nachrichten für Rentnerinnen und Rentner: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hält in diesem Jahr wieder einen verhältnismäßig stärkeren Anstieg der Zahlungen für möglich. Erste Schätzungen machten die Bundesregierung »zuversichtlich, dass zum 1. Juli die Renten wieder stärker steigen als die Inflation«, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Rentenerhöhung im vergangenen Jahr sei »nicht gering« gewesen, aber unter der Inflationsrate geblieben, sagte Heil. »Jetzt sinkt die Inflation zum Glück deutlich, und es gab ordentliche Lohnabschlüsse.«

Im vergangenen Jahr war die Rente im Osten um 5,86 Prozent und im Westen um 4,39 Prozent gestiegen. Die Verbraucherpreise in Deutschland hatten sich im Jahresdurchschnitt 2023 aber um 5,9 Prozent gegenüber 2022 erhöht. Im Januar 2024 lag die Inflationsrate bei 2,9 Prozent.

Rentenniveau soll gehalten werden

Heil erwartet zudem zunächst keinen Anstieg der Rentenbeiträge. Die Beschäftigung in Deutschland sei »auf Rekordniveau«, sagte Heil. Der Beitragssatz liege deshalb seit 2018 stabil bei 18,6 Prozent und werde »noch länger stabil bleiben«.

Die von der Bundesregierung geplante Rentenreform solle deutliche Anstiege auch in der Zukunft verhindern. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) und er seien mit der Reform »sehr weit« und würden das neue Rentenpaket »in wenigen Wochen vorlegen«, sagte Heil.

Mehr zum Thema

Es gehe darum, »das Rentenniveau dauerhaft zu sichern«. Ohne eine Reform würden die Renten in den kommenden Jahren »deutlich sinken«. Bis 2025 ist aktuell gesetzlich ein Rentenniveau von mindestens 48 Prozent garantiert, die Ampelkoalition will dieses Niveau halten – ohne das gesetzliche Renteneintrittsalter weiter anzuheben.

Die Politik sieht sich langfristig dennoch mit einem Problem konfrontiert: Wegen der Alterung der Gesellschaft stehen bei der Rente auf Dauer zu viele Empfänger zu wenigen Beitragszahlern gegenüber. Damit dieses umlagefinanzierte System nicht weiter in Schieflage gerät, gibt es verschiedene Ansätze. Zuletzt hatte das Ifo-Institut eine Koppelung des Renteneinstiegsalters an die steigende Lebenserwartung vorgeschlagen – und die Erhöhung der Renten an die Inflation.

apr/AFP