Schuldenrückzahlung Argentinien einigt sich mit Gläubigerstaaten
Argentinische Präsidentin Fernández de Kirchner: Nur ohne den IWF
Foto: Maxi Failla/ AFPParis - Argentinien hat seinen jahrelangen Schuldenstreit mit Ländern wie Deutschland und der Schweiz beendet. Die im sogenannten Pariser Club zusammengeschlossenen Gläubiger des südamerikanischen Landes verkündeten den Durchbruch am Donnerstag nach Gesprächen bis in die frühen Morgenstunden.
Argentinien wird demnach seine Schulden in Höhe von 9,7 Milliarden Dollar binnen fünf Jahren begleichen. Es könnte damit seine Beziehungen zu den internationalen Finanzmärkten normalisieren.
Der Schuldenstreit geht auf Argentiniens Pleite im Jahr 2002 zurück. Sechs Jahre später ließ die Regierung in Buenos Aires die Verhandlungen in letzter Minute platzen. Nun soll sie bessere Konditionen durchgesetzt haben.
Um der drittgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas etwas Luft zu verschaffen, wird die erste Tranche von 1,15 Milliarden Dollar erst im Mai 2015 fällig. Die zweite soll den Angaben zufolge ein Jahr später folgen. Auf Drängen Argentiniens bleibt zudem der sonst oft beteiligte Internationale Währungsfonds (IWF) außen vor, nachdem die Regierung von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner scharfe Kritik am IWF geübt hatte.
Deutschland ist der größte Gläubiger des Landes, gefolgt von Japan. Argentinien ist außerdem bei der Schweiz, den Niederlanden, Spanien, Italien und den USA verschuldet. Dem Pariser Club zufolge dürfte die Einigung internationale Investitionen in Argentinien erleichtern, weil sie den Weg für Exportkredite ebnet. Das Land war wegen seiner bisherigen Weigerung, sich mit seinen Gläubigern zu einigen, weitgehend von den Kapitalmärkten ausgeschlossen.
Nach der Einigung mit den staatlichen Gläubigern liegt das Land noch immer mit privaten Geldgebern im Clinch. Besondere Aufmerksamkeit zieht dabei regelmäßig der Streit mit dem Hedgefonds Elliott Management auf sich. Der Finanzinvestor hatte 2012 zum Beispiel ein argentinisches Marineschiff beschlagnahmen lassen und versucht derzeit, für Argentinien reservierte Satellitenstartplätze zu blockieren.