Hedgefonds Erste US-Gläubiger nehmen Argentiniens Angebot an
Argentiniens Präsident Macri: Treibt Einigung mit den Investoren voran
Foto: Laurent Gillieron/ AP/dpaArgentinien und seine US-Gläubiger nähern sich im seit 14 Jahren andauernden Schuldenstreit an: Zwei von sechs führenden Gläubigern hätten das Angebot der neuen Regierung in Buenos Aires angenommen, teilte der gerichtlich bestellte Vermittler Daniel Pollack mit. Er habe sich in der vergangenen Woche mit hochrangigen Vertretern beider Seiten getroffen und es seien "enorme Fortschritte" gemacht worden.
Das Angebot sehe die Zahlung von 6,5 Milliarden Dollar in bar vor, so Pollack. Die Gespräche mit den vier übrigen Gläubigern würden nun fortgesetzt. Wie diese wichtigsten Investoren die Offerte bewerten, bleibt jedoch zunächst unklar. "Wir kommentieren zum jetzigen Zeitpunkt nicht", sagte ein Sprecher des Hedgefonds Aurelius Capital. NML Capital aus dem Imperium des US-Milliardärs Paul Singer, ebenfalls eine führende Kraft in dem Verfahren gegen Argentinien, war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Die strittigen Anleiheschulden stammen aus der Staatspleite von Ende 2001. Die Klagenden verweigern sich einer früher ausgehandelten Umschuldung. Es sind vor allem Hedgefonds, die im vergangenen Jahrzehnt nach der Staatspleite fast wertlose Schuldtitel des Landes aufgekauft hatten. Sie fordern die volle Rückzahlung von insgesamt rund neun Milliarden Dollar. Sollten alle Gläubiger das aktuelle Angebot annehmen, entspräche es einem Abschlag von etwa einem Viertel.
Eine Einigung mit den Investoren könnte Argentinien helfen, wieder Zugang zu den internationalen Kreditmärkten zu bekommen. Das ist ein erklärtes Ziel des neuen Präsidenten Mauricio Macri. Argentinien benötigt dringend Geld, um seine marode Infrastruktur zu sanieren. Zudem wären geringere Finanzierungskosten eine Hilfe für Unternehmen und Regionen in der drittgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas.
Die argentinische Regierung unter der damaligen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hatte sich stets geweigert, ernsthaft mit den von ihr als "Aasgeier" bezeichneten Fonds zu verhandeln. Durch den Zahlungsboykott war die zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas aber weitgehend von den internationalen Kapitalmärkten abgeschnitten.