Argentinien will nach Peso-Kurssturz Devisenkontrollen aufheben - DER SPIEGEL
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Nach Peso-Kurssturz Argentinien will Devisenkontrollen aufheben

17 Prozent - so viel hat der argentinische Peso in den vergangenen drei Wochen an Wert eingebüßt. Nun will die Regierung Dollarkäufe uneingeschränkt erlauben. Das hatte Präsidentin Kirchner bislang ausgeschlossen.
Argentinische Pesos: Größter Tagesverlust seit der Staatspleite von 2002
Argentinische Pesos: Größter Tagesverlust seit der Staatspleite von 2002

Argentinische Pesos: Größter Tagesverlust seit der Staatspleite von 2002

Foto: Alan Diaz / AP
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Buenos Aires - Argentinien lockert nach dem scharfen Verfall der Landeswährung Peso die Devisenregeln. Ab Montag sollen ausländische Währungen wie der US-Dollar uneingeschränkt gekauft werden dürfen. Zudem gelten dafür niedrigere Steuersätze, teilte ein Regierungsvertreter mit. Darüber hinaus solle es erlaubt werden, Sparguthaben in Dollar zu halten.

Die Währungshüter hatten am Donnerstag bereits die Dollarkopplung gelöst und den Wechselkurs deutlich abgewertet, da die Notenbank fürchtete, dass ihr die Devisenreserven für Stützungskäufe ausgehen. Das kommt laut Händlern einer Kapitulation vor den Märkten gleich und löste einen Kurssturz aus. Der Peso verzeichnete zeitweise den größten Tagesverlust seit der Staatspleite von 2002. Seit Jahresbeginn hat der Peso 17 Prozent an Wert eingebüßt - so viel wie keine andere Währung der Welt.

Noch vor kurzem hatte Staatspräsidentin Cristina Kirchner eine solche Lockerung der Devisenkontrollen ausgeschlossen. Diese sollten die Kapitalflucht aus der drittgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas bremsen. Doch angesichts einer zunehmenden Inflation tauschten zuletzt immer mehr Argentinier ihr Geld in Dollar.

An den Finanzmärkten gerieten die Schwellenländer - angetrieben durch die Entwicklungen in Argentinien und den Turbulenzen in der Türkei - massiv unter Druck. Anleger flohen in sichere Anlagen wie Staatsanleihen und Währungen großer Industrieländer. Deutsche Staatsanleihen etwa stiegen deutlich im Kurs. Die Feinunze Gold (etwa 31 Gramm) verteuerte sich um mehr als fünf Dollar auf 1269 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit zwei Monaten.

vks/dpa/Reuters