Außenhandel Deutsche Exportwirtschaft schwächelt
Volkswagen-Modelle für den Export: Die Ausfuhren gingen im Juni zurück
Foto: Christian Charisius/ REUTERSWiesbaden/Berlin - Die Konjunktur flaut ab, das merkt auch die deutsche Exportwirtschaft. Die deutschen Ausfuhren legten im Juni nur schwach zu. Sie stiegen um 3,1 Prozent auf 88,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Mai 2011 hatte der Zuwachs noch bei 20 Prozent gelegen.
Verglichen mit Mai 2011 verkauften die Außenhändler 1,2 Prozent weniger. Die Außenhandelsbilanz verzeichnete im Juni einen Überschuss von 12,7 Milliarden Euro - 1,6 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Kalender- und saisonbereinigt betrug der Überschuss 11,5 Milliarden Euro.
Ilja Nothnagel, Außenhandelsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), geht jedoch davon aus, dass ungewöhnlich viele Brückentage die Daten verzerrt hätten. "Der deutsche Export schwenkt beim Wachstum auf ein Normalmaß zurück."
Trotz wachsender Risiken könnten sich die deutschen Exporteure auf anhaltend gute Geschäfte einstellen. "Die überschäumenden Zahlen vom Jahresbeginn gehören zwar der Vergangenheit an", sagte Nothnagel. "Es gibt aber keinen Grund, den Abgesang anzustimmen." Der Verband halte an seiner Prognose fest, dass die Außenhändler ihren Umsatz 2011 um rund elf Prozent steigern. "Damit knacken wir die Billionen-Marke", sagte Nothnagel.
Importe legten leicht zu
Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten und Sorgen um eine Rezession vor allem in den USA hatten zuletzt Konjunkturpessimisten auf den Plan gerufen. Nothnagel sieht die deutschen Exporteure aber gut aufgestellt. "Bei den Auslandsaufträgen geht es weiter nach oben. Das Ende der Fahnenstange ist hier noch nicht erreicht."
Die Importe legten im Juni um sechs Prozent auf 75,6 Milliarden Euro zu. Im Vergleich zum Vormonat gab es kalender- und saisonbereinigt ein Plus von 0,3 Prozent.