Bahn Gewerkschaften Transnet und GDBA verschmelzen
Frankfurt am Main - Die beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA verschmelzen. Dazu werde eine neue Gewerkschaft gegründet, teilten die Spitzen beider Organisationen am Freitag in Frankfurt mit. Der Beschluss fiel auf beiden Seiten einstimmig.
Während der Transnet-Beirat die Fusion bereits endgültig absegnete, fehlt von der GDBA noch eine Entscheidung des Gewerkschaftstages, der am 10. Dezember in Fulda stattfinden soll. Dabei müssen 50 Prozent der Delegierten dem Vorschlag zustimmen.
Zunächst war noch nicht geklärt, ob die neue Gewerkschaft unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes oder unter dem Dach des Deutschen Beamtenbundes arbeiten wird.
Transnet hatte zuletzt rund 230.000 Mitglieder. Die Verkehrsgewerkschaft GDBA zählte zu Jahresbeginn rund 40.000 Mitglieder. Die Verschmelzung ist der größte Zusammenschluss von Gewerkschaften in Deutschland seit der Gründung der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di 2001 aus fünf Gewerkschaften.
"Die Zeit der Grabenkriege ist vorbei"
"Wir verstehen dies als eine politische Entscheidung", erklärten die Vorsitzenden Alexander Kirchner (Transnet) und Klaus-Dieter Hommel (GDBA). "Wir entscheiden uns damit für eine effektive, breit aufgestellte Interessenvertretung aller abhängig Beschäftigen im Verkehrsbereich."
Die Gewerkschaftsvorsitzenden wiesen darauf hin, dass Transnet und GDBA seit Jahren erfolgreich kooperierten. Diese Zusammenarbeit einer DGB- und einer Beamtenbund-Gewerkschaft sei ungewöhnlich, aber richtungweisend gewesen. Auch die Verschmelzung könne beispielhaft sein. "Denn unsere heutigen gewerkschaftlichen Strukturen sind überholt. Die Zeit der Grabenkriege ist lange vorbei. Die Mitglieder wollen eine ordentliche, gewerkschaftliche Vertretung." Der Prozess der Verschmelzung werde voraussichtlich mindestens zwölf Monate dauern.
Kirchner und Hommel betonten, dass sich die geplante Gründung gegen keine andere Gewerkschaft richtet. "Im Gegenteil: Wir wollen ausdrücklich die Zusammenarbeit mit allen Partnern." Bei der Bahn gibt es noch die Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) mit rund 34.000 Mitgliedern, die sich an dem Zusammenschluss nicht beteiligen will.