Bericht der US-Notenbank Amerikanische Wirtschaft wächst moderat
Washington - Die US-Wirtschaft erholt sich nach Einschätzung der amerikanischen Notenbank (Fed) trotz aller Konjunktur-Unsicherheiten. Die wirtschaftliche Aktivität habe sich seit dem vorigen Bericht in fast allen zwölf Fed-Bezirken in einem langsamen bis moderatem Tempo gesteigert, heißt es im sogenannten Beige Book, dem regelmäßigen Bericht der Fed.
Die Industrie habe ihre Geschäfte ausgeweitet, und auch die Kreditvergabe der Banken habe leicht zugenommen. Einzelhändler hätten ein starkes Thanksgiving erlebt. Das geschätzte Wirtschaftswachstum für 2011 liege nun bei zwei Prozent, deutlich höher als noch in den ersten sechs Monaten des Jahres. Auch für die kommenden drei Monate prognostizierten die Banker einen anhaltenden, leichten Aufwärtstrend.
Das moderate Wachstum löst jedoch nicht die Probleme auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt: Dazu sei die Entwicklung zu schwach, heißt es im Bericht der Fed. Im Oktober waren in den USA etwa 14 Millionen Menschen Arbeitslos. Zugleich berichtet die Fed, dass es in mehreren Bezirken an Fachkräften mangele. Auch der Immobilienmarkt kommt nicht aus der Krise.
Inflation sei aber derzeit kein Thema und der Kostendruck habe etwas nachgelassen, hieß es in dem Bericht. Dies könnte der Notenbank Spielraum verschaffen, um mit einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik im kommenden Jahr die Wirtschaft anzukurbeln.
Fed-Vizechefin Janet Yellen hatte schon am Dienstag auf mögliche neue Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft hingewiesen, die sich wegen der europäischen Schuldenkrise und Turbulenzen an den Finanzmärkten erhöhten Risiken ausgesetzt sieht. Eine verbesserte Orientierungshilfe zur Entwicklung der Zinsen und zusätzliche Aufkäufe von langlaufenden Wertpapieren kämen in Frage. Yellen plädierte zudem für zusätzliche Schritte, um den lahmenden Häusermarkt unter die Arme zu greifen.
Die Fed hatte den Leitzins am 2. November erwartungsgemäß bei null bis 0,25 Prozent belassen. Zentralbankchef Ben Bernanke prognostizierte damals, dass das Wachstumstempo langsam bleiben werde. Auch er hatte schon bekräftigte, er sei "nötigenfalls bereit für weitere Maßnahmen, um die wirtschaftliche Erholung zu sichern und die Preise stabil zu halten". Beim nächsten Zinsentscheid am 13. Dezember rechnen die meisten Experten jedoch noch nicht damit.