Deflation in Deutschland: Fallender Ölpreis lässt Verbraucherpreise sinken - DER SPIEGEL
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Deflation in Deutschland Ganz schön billig

Fallender Ölpreis, schrumpfende Verbraucherkosten: Zum ersten Mal seit der schweren Wirtschaftskrise 2009 kosteten Waren und Dienstleistungen im Januar durchschnittlich 0,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Supermarktkasse: Deflation nur vorübergehender Natur
Supermarktkasse: Deflation nur vorübergehender Natur

Supermarktkasse: Deflation nur vorübergehender Natur

Foto: Daniel Roland/ AP
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Wiesbaden - In Deutschland sind die Verbraucherpreise im Januar zum ersten Mal seit über fünf Jahren wieder gesunken. Die Teuerungsrate habe im Jahresvergleich bei minus 0,3 Prozent gelegen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden nach einer ersten Schätzung mit. Zuletzt waren die Preise in Deutschland im Jahresvergleich im September 2009 zurückgegangen. Volkswirte hatten jetzt eine Deflation von lediglich 0,1 Prozent erwartet.

Im Vergleich zum Vormonat fielen die Verbraucherpreise im Januar um 1,0 Prozent. Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,8 Prozent erwartet. Experten machen vor allem die Talfahrt der Ölpreise für die schwache Inflation verantwortlich - diese sind seit vergangenem Sommer um etwa 60 Prozent eingebrochen.

Beobachter gehen daher davon aus, dass die Deflation nur vorübergehend sein dürfte. Eine gefährliche Spirale aus fallenden Preisen und deswegen sinkenden Investitionen in der Wirtschaft ist für die meisten Experten nicht in Sicht. Ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie hätten die Verbraucherpreise im Januar um 1,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat gelegen.

Der für europäische Zwecke harmonisierte Preisindex sei im Januar um 0,5 Prozent zum Vorjahr gesunken, hieß es weiter. Im Monatsvergleich habe der Rückgang in dieser Abgrenzung bei 1,3 Prozent gelegen. Volkswirte hatten geringere Rückgänge um 1,0 beziehungsweise 0,2 Prozent erwartet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuletzt den groß angelegten Kauf von Staatsanleihen beschlossen, um mit dieser weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik gegen die schwache Teuerung in der Eurozone anzukämpfen. Die EZB sieht in der Eurozone die Preisstabilität bei einer deutlich höheren Inflationsrate von knapp zwei Prozent als gewährleistet an. Die Preisdaten aus Deutschland dürften die Geldhüter weiter unter Druck setzen.

Zusammengefasst: Im Januar sind die Verbraucherpreise in Deutschland zum ersten Mal seit September 2009 gefallen. Hauptgrund: Billiges Öl und billige Lebensmittel.

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mik/nck/dpa-AFX