Brasilien: Trucker legen Wirtschaft lahm - DER SPIEGEL
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Straßenblockade Trucker legen Brasiliens Wirtschaft lahm

Sie blockieren Hunderte Straßen - und lassen sich nicht einmal von der Armee einschüchtern: In Brasilien demonstrieren Trucker, Motorradkuriere und Schulbusfahrer gegen zu hohe Spritpreise. Jetzt knickt die Regierung ein.
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Trotz Zugeständnissen der Regierung haben Brasiliens Fernfahrer ihren Protest gegen die hohen Treibstoffpreise fortgesetzt und mit Blockaden weite Teile des Landes lahmgelegt.

Nach Angaben der Bundespolizei sperrten die Trucker am Montag mindestens 550 Straßen. Rund ein Dutzend Flughäfen verfügten über kein Kerosin mehr. Mehrere Flüge wurden gestrichen.

In Brasilien wird der Großteil der Güter mit Lastwagen transportiert. Wegen des Streiks blieben viele Tankstellen ohne Benzin, in den Supermärkten wurde die Ware knapp. Auch zahlreiche Fabriken mussten die Produktion einstellen, weil das benötigte Material nicht eintraf.

Der Protest der Fahrer richtet sich gegen hohe Dieselpreise des staatlichen Ölkonzerns Petrobras. Dem Unternehmen war 2016 erlaubt worden, diese selbst festzulegen. Außerdem spielt der jüngste Anstieg der weltweiten Ölpreise eine Rolle. Allein im Mai waren der Benzinpreis in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas um etwa 12 und der Dieselpreis um 9,3 Prozent gestiegen.

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Angesichts des Drucks der Straße hat Präsident Michel Temer bereits eingelenkt und versprochen, den Preis für Diesel und die Mautgebühren für zwei Monate zu senken. Finanzminister Eduardo Guardia schätzt, dass die Preissenkung beim Diesel die Regierung umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro kosten wird.

Nach Temers Ankündigung brach der Aktienkurs von Petrobras zeitweise um 14 Prozent ein. Dabei hatte Temer versprochen, den Preisunterschied auszugleichen. "Petrobras wird keine Nachteile haben", versprach der Präsident.

Blockaden trotz Armeeeinsätzen

Die Trucker lassen sich bisher noch nicht einmal von der Armee einschüchtern. Verteidigungsminister Silva e Luna hatte am Wochenende angekündigt, die Armee werde "auf eine schnelle, koordinierte und robuste Art" vorgehen. Seitdem konnten zumindest Tanklastwagen unter Polizei- oder Armeeschutz die Raffinerien verlassen.

Eine schnelle Rückkehr zur Normalität zeichnete sich aber dennoch nicht ab. Am Montag hielten die Proteste weiter an. Einige Trucker forderten gar den Rücktritt der Regierung.

Ein Kabinettsmitglied Temers, Eliseu Padilha, sprach von nicht identifizierten Gruppen, welche "die Bewegung mit unterschiedlichen, vorwiegend politischen Zielen unterwandert" hätten.

Präsident Temer rechnet indes mit einem baldigen Ende des massiven Streiks von Lkw-Fahrern im Land. Er sei "absolut überzeugt", dass die bereits seit acht Tagen andauernde Krise binnen "ein bis zwei Tagen" zu Ende gehe, schrieb er am Montag auf Twitter.

ssu/AFP/dpa

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