Brexit: Deutsche Wirtschaft erfreut über erste Einigung - DER SPIEGEL
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Brexit Deutsche Wirtschaft erleichtert über erste Einigung

Für die deutschen Wirtschaftsverbände ist der erste Durchbruch bei den Brexit-Gesprächen eine gute Nachricht. Dennoch rechnen sie mit schwierigen Verhandlungen.
Jean-Claude Juncker und Theresa May
Jean-Claude Juncker und Theresa May

Jean-Claude Juncker und Theresa May

Foto: YVES HERMAN/ REUTERS
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Wirtschaftsverbände in Deutschland und Großbritannien haben erleichtert auf den ersten Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen reagiert. Gleichzeitig wiesen sie aber darauf hin, dass schwierige Themen wie die künftigen Handelsbeziehungen mit Fragen wie Zöllen noch nicht geklärt seien.

"Die Einigung zwischen der EU und Großbritannien ist ein verspätetes Nikolausgeschenk für die deutsche Wirtschaft", teilte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, mit.

Am Morgen hatten EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und die britische Premierministerin Theresa May gemeinsam mitgeteilt, eine Einigung zum Brexit erzielt zu haben. "Es wurden genügend Fortschritte erzielt, damit wir jetzt in die zweite Phase der Verhandlungen eintreten können", sagte Juncker. Die Parteien einigten sich unter anderem darauf, dass London auch nach dem EU-Austritt 2019 weiter Milliarden an Brüssel zahlt, Millionen EU-Bürgern im Land umfassende Bleiberechte gewährt und garantiert, dass keine feste Grenze in Irland entsteht.

"Durch den Konsens über die Austrittsbedingungen ist nun der Weg frei für die Themen, die den Unternehmen auf den Nägeln brennen." Nun müssten dringend die für die Wirtschaft wichtigen Fragen behandelt werden. Dazu zählte Schweitzer unter anderem Zölle, die Suche nach Fachkräften und die Sicherung von Lieferketten. "Für die deutsche Wirtschaft steht sehr viel auf dem Spiel", teilte Schweitzer mit.

BDI warnt vor schwierigen Verhandlungen

BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang sagte, es sei eines von vielen Hindernissen auf dem Weg zu einem geordneten Brexit aus dem Weg geräumt worden. Der schwierigste Teil der Verhandlungen stehe aber noch bevor.

Der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, wertete den Durchbruch als "sehr gute Nachricht". Er sagte: "Nun sollte die EU ein umfassendes Freihandelsabkommen mit Großbritannien anstreben, damit die volkswirtschaftlichen Kosten des Austritts für alle Seiten begrenzt bleiben."

Der Verband der britischen Handelskammern BCC (British Chambers of Commerce) teilte mit, es müsse nun "absolute Klarheit" über die angestrebten langfristigen Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU geschaffen werden.

"Unternehmen wollen wissen, was der EU-Austritt für Vorschriften, Grenzkontrollen, Anstellungen, Produktstandards, Zölle und Steuern bedeutet", sagte BCC-Chef Adam Marshall.

Nach dem Brexit-Durchbruch stieg der Wert des britischen Pfunds im Verhältnis zum Euro zunächst kräftig und erreichte mit 1,1508 Euro den höchsten Stand seit fast sechs Monaten. Das Pfund konnte die Gewinne aber nicht halten und gab im Handelsverlauf nach.

brt/dpa