Währungsturbulenzen BRICS wollen milliardenschwere Reserve schaffen
Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten: Devisenpool geplant
Foto: SERGEI KARPUKHIN/ AFPSt. Petersburg - Die fünf großen Schwellenländer wollen einen Multimilliarden-Devisentopf schaffen, um sich damit gegen Kursstürze ihrer Währungen zu wappnen. Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS) einigten sich auf ein Fondsvolumen von rund 100 Milliarden Dollar, sagte Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem BRICS-Treffen am Rande des G20-Gipfels in St. Petersburg.
China, das Land mit den weltweit höchsten Devisenreserven, werde den Großteil beisteuern. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sagte 41 Milliarden Dollar zu, Brasilien, Indien und Russland werden sich mit jeweils 18 Milliarden und Südafrika mit fünf Milliarden Dollar beteiligen. Allerdings wird der Topf erheblich kleiner als zunächst mit einer Summe von rund 240 Milliarden Dollar angekündigt. Zudem erklärte ein BRICS-Vertreter, bis er funktionsfähig sei, werde es noch einige Zeit dauern.
"Die Initiative, einen Pool von Währungsreserven der BRICS-Staaten einzurichten, ist in einem finalen Stadium", führte Putin aus. Politisch stehe das Projekt, technisch aber noch nicht. Auch das Projekt einer Entwicklungsbank der BRICS-Staaten mit einem Kapital von bis zu 50 Milliarden Dollar ist immer noch Monate entfernt von einer Realisierung.
Schwellenländer befürchten Chaos wegen Geldpolitik der Fed
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte wichtige Schwellenländer in einem Bericht für den G20-Gipfel aufgefordert, sich gegen neue Devisen- und Finanzmarktturbulenzen zu ihrem Nachteil zu rüsten. Dazu könnte es nach Auffassung des Fonds im Zuge des schrittweisen Ausstiegs aus der sehr lockeren US-Geldpolitik kommen.
Schon die ersten Signale der US-Notenbank (Fed), ihr Wertpapier-Aufkaufprogramm zurückzuführen, hatten Schwellenländer unter Druck gebracht, da internationale Investoren damit begannen, Kapital aus diesen Staaten abzuziehen. In der Folge sackten die Kurse der Landeswährungen ab, besonders in Indien. Die lockere Geldpolitik in den USA hatte die Wirtschaft vieler dieser Staaten zeitweise kräftig angetrieben.
Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte, bei der anstehenden geldpolitischen Wende der amerikanischen Notenbank möglichst kooperativ vorzugehen und Schäden für die Weltwirtschaft zu vermeiden. Auch Vertreter Chinas und Russlands mahnten vor Beginn des G20-Gipfels zur Vorsicht.