Konsequenz aus Finanzskandalen Briten drohen Bankern mit Haftstrafen
Londoner Bankenviertel Canary Wharf: Härtere Regeln
Foto: Andy Rain/ picture alliance / dpaLondon - Bankern in Großbritannien droht bei Fehlverhalten künftig eher eine Haftstrafe als bisher. Geplant sei, "rücksichtsloses Verhalten" von Bankangestellten als Straftat zu verfolgen, teilte Schatzkanzler George Osborne am Montag mit. Damit werde eine der Hauptforderungen einer parlamentarischen Kommission erfüllt. Das Gremium war nach dem Skandal um die Manipulation des international wichtigen Zinssatzes Libor im vergangenen Jahr einberufen worden.
So soll der neue Straftatbestand des "rücksichtslosen Fehlverhaltens" von Bankern in hohen Positionen geschaffen werden. Wer für schuldig befunden wird, dem droht auch eine Haftstrafe.
Außerdem soll die Auszahlung von Boni für Banker künftig bis zu zehn Jahre gestundet werden, um allzu riskantes Verhalten zu verhindern und die Vergütung besser an den tatsächlichen Erfolg anzupassen. Bereits ausgezahlte Prämien an Angestellte von staatlich gestützten Banken können den Plänen zufolge zurückgefordert werden.
Entsprechende Gesetze sollen im Herbst vorgelegt werden. "Die Regierung ist entschlossen, die Standards im Bankensektor zu heben und ein stärkeres und sichereres Bankensystem zu schaffen", sagte Osborne.
Der Minister wandte sich gegen die Vorschläge der Kommission, die Organisation UK Financial Investments (UKFI) abzuschaffen, die die Anteile des britischen Staates an der Royal Bank of Scotland und der Lloyds Banking Group verwaltet. Die Kommission hatte kritisiert, die Regierung übe über diese zu viel Einfluss aus. Die Opposition erklärte, die Pläne seien nicht weitreichend genug.