Beschlüsse der Bundesregierung Arbeitsagentur geht härter gegen Bürgergeldempfänger vor, die nicht kooperieren
Logo der Bundesagentur für Arbeit
Foto: Martin Schutt / dpaDie Bundesagentur für Arbeit (BA) verstärkt den Druck auf unkooperative Bürgergeldempfänger. Eine interne Weisung an die Jobcenter sieht die Möglichkeit vor, diese ab sofort für bis zu sechs Monate zu sogenannten Ein-Euro-Jobs zu verpflichten. Dies gilt für Bürgergeldempfänger, die Termine nicht wahrnehmen oder Arbeitsstellen ablehnen. Das sagte ein Sprecher der Behörde, zuvor hatte die »Bild«-Zeitung berichtet .
Hierbei gehe es um Bürgergeldempfänger, die ohne wichtigen Grund zu drei Terminen hintereinander nicht erscheinen würden. Auch wer passende Jobs ablehne oder an Eingliederungsmaßnahmen wie etwa einer Weiterqualifizierung nicht teilnehme, kann zu einem Ein-Euro-Job verpflichtet werden. Der Sprecher unterstrich, dass es sich um eine sehr kleine Gruppe von Bürgergeldempfängern handele.
Damit folgt die von Andrea Nahes (SPD) geführte Bundesagentur Beschlüssen der Bundesregierung vom Juli, die Teil der damals auf den Weg gebrachten »Wachstumsinitiative« (hier als PDF, Maßnahmen auf Seite 17 ) sind.
Lesen Sie hier eine Analyse der Bürgergeldpläne der Ampelregierung .
Die Ampel hatte sich im Sommer darauf verständigt, Ein-Euro-Jobs verstärkt für Personen zu nutzen, »die sich Maßnahmen immer wieder verweigern (Totalverweigerer)«. Ein-Euro-Jobs sind sozialversicherungsfreie Tätigkeiten, die im öffentlichen Interesse liegen wie etwa Parkpflege. Sie sollen auch eine Hilfestellung auf dem Rückweg ins Berufsleben sein.
Das Maßnahmenpaket soll laut dem von der »Bild«-Zeitung zitierten Papier die »Beschäftigungsfähigkeit« und die »Mitwirkungsbereitschaft« der Empfänger verbessern. Ziel sei es, die Motivation zur Arbeitsaufnahme sowie die »Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit« der Arbeitslosen zu stärken.
Eine interne Revision der BA hatte laut dem Bericht erst kürzlich eine mangelhafte Betreuung von Ein-Euro-Jobbern durch die Jobcenter angemerkt. Wie ein Sprecher der BA sagte, wurden dabei auch Verbesserungsvorschläge gemacht. Unter anderem solle individuell je nach Empfänger die Dichte der Kontakte intensiviert und die Betroffenen beim Übergang in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis stärker unterstützt werden.