Bundesversicherungsamt ermittelt gegen DAK - DER SPIEGEL
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Kundenwerbung DAK gerät wegen umstrittener Prämien in die Kritik

Deutschlands drittgrößte Krankenkasse gerät ins Visier der Behörden: Die DAK soll auf umstrittenem Wege neue Kunden angelockt haben. Laut NDR Info bekommen Vertreter überhöhte Prämien, wenn sie Versicherte zum Wechsel in die DAK bewegen. Nun ermittelt das Bundesversicherungsamt.
Versichertenkarten: Hohe Kopfprämien für Wechsel zur DAK
Versichertenkarten: Hohe Kopfprämien für Wechsel zur DAK

Versichertenkarten: Hohe Kopfprämien für Wechsel zur DAK

Foto: Daniel Karmann/ dpa
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Bonn - Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen Deutschlands drittgrößte Krankenkasse, die DAK-Gesundheit, eingeleitet. Die Versicherung sei zur Stellungnahme zu dem Bericht und zur Übersendung von Unterlagen aufgefordert worden, sagte BVA-Sprecher Tobias Schmidt am Mittwoch.

Hintergrund der Ermittlungen ist ein Bericht des Rundfunksenders NDR Info. Der Sender hatte berichtet, dass Versicherungsvertreter der HanseMerkur Prämien von bis zu 150 Euro erhalten, wenn sie Kunden dazu bringen, zur DAK zu wechseln. Diese Werbeprämien sind in den Wettbewerbsgrundsätzen der gesetzlichen Krankenversicherungen aber auf 80 Euro begrenzt. Das BVA ist für die Aufsicht der Kassen zuständig. Antje Domscheit vom BVA sagte NDR Info, man halte die DAK-Mitgliederwerbung für "nicht mit den Wettbewerbsgrundsätzen vereinbar".

Neben der Höhe störe die Behörde auch, dass die Kopfprämien steigen, je mehr Versicherte ein Vertreter wirbt. Das System der DAK sei daher problematisch, "weil es Anreize schafft in eine Richtung 'Drückerkolonnenmentalität'", so Domscheit.

"Umgehung der Wettbewerbsgrundsätze"

Die DAK verweist darauf, der HanseMerkur lediglich 60 Euro pro geworbenem Versicherten zu zahlen. Damit schöpfe man den erlaubten Rahmen von 80 Euro nicht aus. Das Verfahren des BVA sei ein "ganz normaler Vorgang", sagte ein DAK-Sprecher SPIEGEL ONLINE. "Wir werden alle Unterlagen offenlegen und gehen davon aus, dass die Angelegenheit damit erledigt ist."

Laut NDR Info legt den Rest - bis zu 90 Euro pro Kunde - HanseMerkur drauf. Auch das sei unzulässig, sagte Domscheit dem Sender. "Das werten wir als eine Umgehung der Wettbewerbsgrundsätze, weil die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet sind, mit einem gewissen Werbebudget auszukommen." Wenn sie deutlich mehr ausgeben "und sich das quasi sponsern lassen von der privaten Versicherungswirtschaft", dann werde der Werbeetat deutlich größer als eigentlich vorgesehen.

cte/dpa