Chinas Rüstungsindustrie wächst rasant - DER SPIEGEL
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Rüstungsexporte Chinas Waffendeals schrecken USA auf

China vergrößert seinen Einfluss im globalen Waffenhandel: Laut "New York Times" wächst die Rüstungsindustrie der Volksrepublik rasant. Bei der US-Regierung sorgt jetzt vor allem ein geplanter Milliardendeal mit der Türkei für Unruhe.
Waffenschau bei Peking: Deutliches Plus bei Exporten
Waffenschau bei Peking: Deutliches Plus bei Exporten

Waffenschau bei Peking: Deutliches Plus bei Exporten

Foto: Andy Wong/ AP
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Peking - Bis vor wenigen Jahren spielte China im Rüstungssektor eine eher untergeordnete Rolle. Vor allem für kleinere Waffen war die Volksrepublik bekannt. Doch wie die "New York Times"  berichtet, ändert sich das gerade. Für Aufsehen bei den amerikanischen Rüstungskonzernen und der Regierung in Washington sorgt demnach ein Deal, den die Türkei mit einer chinesischen Firma plant. Für knapp 3,5 Milliarden Dollar will das Nato-Land demnach ein Raketenabwehrsystem von China Precision Machinery Import-Export Corporation kaufen.

Obwohl der Handel noch nicht offiziell besiegelt ist, gilt er seit vergangenem Monat als beschlossene Sache. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte, die Regierung habe der Türkei mitgeteilt, man habe "ernsthafte Bedenken" wegen des Deals. Hintergrund ist zum einen, dass es Probleme geben könnte, das chinesische Raketenabwehrsystem namens "HQ-9" in die Nato-Luftüberwachung einzubinden. Zudem kritisieren die Amerikaner, dass chinesische Firmen Iran, Syrien und Nordkorea beliefern.

Vier Anbieter hatten sich für das Türkei-Projekt beworben. Als Favorit galt das "Patriot"-System des US-Konsortiums Raytheon/Lockheed Martin, aber auch der italienisch-französische Hersteller Eurosam und Rosoboronexport aus Russland rechneten sich Chancen aus. China Precision machte jedoch das günstigste Angebot. Damit blieb es als einziger Anbieter unter der von den Türken gesetzten Grenze von vier Milliarden Dollar.

Tatsächlich dürfte die US-Regierung aber vor allem die neue Konkurrenz aus China beunruhigen, berichtet die "New York Times". Immerhin zählt die Rüstungsindustrie zu den wichtigsten Industriezweigen des Landes. Die USA sind der größte Waffenexporteur der Welt, laut der Beratungsfirma IHS Jane's liegt ihr Anteil an dem Multi-Milliardengeschäft bei 39 Prozent.

"Beachtlicher Sieg der chinesischen Rüstungsindustrie"

Doch China holt auf. Laut dem Stockholmer Friedensinstitut Sipri sind die Waffenexporte aus der Volksrepublik in den vergangenen fünf Jahren um 162 Prozent gestiegen. Damit liege China bei dem Verkauf von Kampfflugzeugen, Raketen und Kriegsschiffen schon auf Platz fünf - vor Großbritannien. Vor fünf Jahren habe die Volksrepublik lediglich Rang acht der weltweit wichtigsten Waffenexporteure belegt.

Beim Türkei-Geschäft soll vor allem das günstigere Angebot von China Precision den Ausschlag gegeben haben. "Das ist ein beachtlicher Sieg der chinesischen Rüstungsindustrie", sagte Pieter Wezeman von Sipri der "New York Times".

Peking weiß um die Befürchtungen westlicher Regierungen. Angesprochen auf das Geschäft mit der Türkei, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums der "New York Times", die Waffenexporte des Landes stellten "keine Gefahr für Frieden und Sicherheit dar" und hätten "keinen Einfluss auf interne Angelegenheiten der Käuferstaaten". Ein Versprechen, das in Washington kaum für Entspannung sorgen dürfte.

cte