Trotz Minizinsen Deutsche bunkern so viel Geld wie nie
Geldscheine
Foto: LEONHARD FOEGER/ REUTERSDie Deutschen parken Hunderte Milliarden Euro auf Sparkonten, obwohl es dafür längst keine Zinsen mehr gibt. Ihr Geldvermögen vermehrt sich stetig und hat nun den Rekordstand von rund 5586 Milliarden Euro erreicht. Das teilte die Deutsche Bundesbank am Donnerstag mit. Das Plus erklärte die Notenbank vor allem mit gestiegenen Börsenkursen.
Der größte Posten waren der Bundesbank zufolge Ende vergangenen Jahres Bargeld, Geld auf Girokonten oder Spareinlagen mit insgesamt 2200 Milliarden Euro. Weitere 2113 Milliarden Euro steckten in Versicherungen und Pensionseinrichtungen. 2016 hatten einer GfK-Umfrage zufolge 40 Prozent der Bundesbürger ihr Geld auf einem Sparbuch angelegt - wohlwissend, dass es sich um eine unattraktive Form der Geldanlage handelt.
Die meisten Menschen in Deutschland meiden Aktien nach wie vor. Die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland sank im vergangenen Jahr sogar wieder unter die Marke von neun Millionen. "Die Deutschen sind eben leider immer noch kein Volk der Anleger, sondern ein Volk der Sparer - daran hat selbst die anhaltende Niedrigzinsphase bis heute nichts ändern können", meint der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler.
Die Analyse der Bundesbank gibt keine Auskunft darüber, wie der Reichtum in der Gesellschaft verteilt ist. Der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung kommt aber zu dem Ergebnis, dass die reichsten zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens besitzen. (Eine Analyse des Berichts können Sie hier lesen.)