DIW: Deutsche Wirtschaft schwächer - DER SPIEGEL
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Konjunktur DIW-Ökonomen kappen Prognose für Deutschland

Die Euro-Krise schlägt auf die deutsche Wirtschaft durch: Das Forschungsinstitut DIW rechnet mit einem schwachen Sommerhalbjahr. Für 2013 senkten die Experten ihre Prognose auf knapp 2,0 Prozent.
Euro im Portemonnaie: Die Exporte schwächeln
Euro im Portemonnaie: Die Exporte schwächeln

Euro im Portemonnaie: Die Exporte schwächeln

Foto: Andreas Gebert/ dpa
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Berlin - Griechen, Spanier oder Iren - die Europäer müssen sparen, das merkt man nun auch in Deutschland. Die Schuldenkrise bremst das Wachstum in der Bundesrepublik nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stärker als erwartet. "Die Krise im Euro-Raum holt die deutsche Wirtschaft ein", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung der Sommerprognose des Instituts.

An der anhaltenden Rezession im Währungsgebiet könnten auch die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels nichts ändern. Die Nachfrage nach deutschen Produkten werde schwach bleiben - und das auch aus großen Industrienationen wie den USA. Schwellenländer wie China und Brasilien dürften hingegen dank zunehmend expansiverer Geld- und Finanzpolitik ab der Jahreswende für Aufwind sorgen.

Insgesamt zeigt die DIW-Sommerprognose für dieses Jahr ein Wachstum von 1,0 Prozent und einen leichten Rückgang der Beschäftigung. Für 2013 erwarten die Berliner Ökonomen eine Wachstumsrate von lediglich knapp zwei Prozent - im April hatten sie noch 2,4 Prozent veranschlagt. Dabei werde die Konjunktur hauptsächlich von der Binnenwirtschaft gestützt. Die Bauwirtschaft und der private Konsum dürften demnach zulegen. In beiden Jahren werde die Arbeitslosenquote bei knapp sieben Prozent liegen.

Doch auch wenn die Verbraucher in Deutschland durch die Euro-Krise verunsichert sind, dürften sie dank kräftiger Lohnerhöhungen bald wieder mehr Geld ausgeben. "Die Menschen in Deutschland sind zwar auch verunsichert und legen mehr Geld zurück", sagte DIW-Experte Simon Junker. "Die Einkommen dürften in diesem Jahr aber kräftig steigen, das regt die Konsumnachfrage an." Gleichzeitig sei mit zurückgehender Inflation zu rechnen, so dass die Kaufkraft deutlich zulege.

Höhere Löhne - höhere Steuereinnahmen

Dank der gestiegenen Löhne nimmt der Staat in diesem Jahr mehr Steuern ein. Laut Berechnungen des DIW wird der Staat in diesem Jahr etwa 598 Milliarden einnehmen und damit 1 Milliarde mehr als bei der letzten Steuerschätzung im Mai vorhergesagt, berichtet das "Handelsblatt". Für 2013 wird sogar ein Plus von rund 2,7 Milliarden Euro erwartet - die Staatskasse würde dann auf knapp 621 Milliarden Euro anwachsen. Laut DIW-Steuerschätzerin Kristina van Deuverden stiegen die Löhne "ordentlich", dadurch erhöhe sich das Steueraufkommen.

Noch im Mai 2012 waren die Steuereinnahmen von Bund und Ländern im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,3 Prozent zurückgegangen - erstmals seit zwei Jahren. Damals gab das Bundesfinanzministerium als Ursache eine Umstellung bei den Steuern auf Dividendenausschüttungen an.

"Insgesamt steht die deutsche Wirtschaft immer noch sehr gut da", fasste DIW-Experte Simon Junker die Lage zusammen. Eine Rezession wegen der Krise im Euro-Raum sei hierzulande nicht zu erwarten.

mal/Reuters/dpa/dapd