EU erhöht Importzölle auf China-Stahl - DER SPIEGEL
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Dumpingpreise EU erhöht Importzölle auf China-Stahl

Für die Androhung von Strafzöllen auf deutschen Stahl ernten die USA gerade harsche Kritik. Die EU erhebt selbst solche Zölle auf chinesische Stahlprodukte - und hat sie jetzt erhöht.
Stahlwerk in China
Stahlwerk in China

Stahlwerk in China

Foto: Kevin Frayer / Getty Images
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Zum Schutz der heimischen Industrie hat die EU-Kommission die Importzölle auf bestimmte Stahlprodukte aus China angehoben. Die Einfuhrgebühren für warmgewalzten Flachstahl fielen in der endgültigen Fassung gegenüber den vorläufigen Zöllen vom Oktober höher aus, teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit.

"Die chinesische Überkapazität ist so massiv, dass sie realistischerweise kurz- oder mittelfristig nicht abgebaut werden kann", hieß es in dem Beschluss der EU-Kommission. Konkret geht es um Flachstahl, nicht legierten Stahl sowie legierten Stahl, dessen Dumpingspannen laut Kommission zwischen 97 und 107 Prozent im untersuchten Zeitraum betrugen.

So werden für diese Produkte Abgaben zwischen 18,1 und 35,9 Prozent erhoben. Zuvor lagen die Aufschläge zwischen 13,2 und 22,6 Prozent. Betroffen sind unter anderem die Produzenten Bengang Steel Plates, Handan Iron & Steel und Hesteel aus der Volksrepublik. Für die gleichen Produkte aus Brasilien, Iran, Russland, Serbien und der Ukraine würden dagegen keine Einfuhrzölle erhoben, sagte ein Sprecher der EU-Wettbewerbsbehörde.

Mit den Maßnahmen sollten die EU-Hersteller vor Dumpingpreisen chinesischer Konkurrenten geschützt werden, teilte die EU-Kommission mit. Die europäische Stahlindustrie beklagt schon länger unfaire Mittel der Konkurrenz aus Fernost. In diesem Fall hatte sich der europäische Stahlverband Eurofer beschwert, der Produzenten wie ArcelorMittal, Tata Steel und ThyssenKrupp vertritt. Auch auf andere chinesische Importe hat die EU bereits Anti-Dumping-Zölle erhoben.

Vor wenigen Tagen hatte die US-Regierung mit einem Anti-Dumpingverfahren gegen deutsche und andere europäische Stahlunternehmen für Kritik gesorgt. Konkret warf die Regierung den deutschen Herstellern Salzgitter und Dillinger Hütte vor, Waren unterhalb der Herstellungskosten zu verkaufen. Dabei geht es um ganz ähnliche Produkte wie die chinesischen, gegen die sich die EU jetzt wehrt. Deutsche Politiker reagierten auf die US-Drohung besorgt bis verärgert. Lesen Sie hier eine Analyse der US-Pläne und der möglichen Auswirkungen auf die Stahlbranche.

nck/Reuters