Einigung in der EU Fischer dürfen Beifang nicht mehr ins Meer werfen
Das Netz eines Krabbenkutters: Der Rückwurf von Fischen soll verboten werden.
Foto: dapdBrüssel - Die EU-Staaten haben sich auf eine Kehrtwende in der Fischereipolitik geeinigt. Künftig soll ein Verbot dafür sorgen, dass versehentlich gefangene Fische nicht wieder ins Wasser geworfen werden. Die Einigung werde "die Art, wie Europa Fisch fängt, verändern", sagte der irische Fischereiminister und Verhandlungsleiter Simon Coveney am Mittwochmorgen in Brüssel. Nun beginnen Gespräche mit dem Europaparlament. Die Paralmentarier müssen der neuen Regelung zustimmen, könnten sogar noch eine Verschärfung der Pläne erzwingen.
Das sogenannte Rückwurfverbot soll künftig dabei helfen, Überfischung zu bekämpfen. Denn im Wasser landen häufig verletzte oder tote Tiere. Die sogenannten Beifänge sollen über die nächsten Jahre schrittweise gesenkt werden, ganz vermeiden lassen sie sich aber nicht. Eine Rückwurfquote von sieben Prozent bleibt deshalb erlaubt. Außerdem wird das Verbot in den unterschiedlichen europäischen Gewässern erst schrittweise eingeführt.
Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner zeigte sich erleichtert, dass die 14-stündigen nächtlichen Verhandlungen zu einem Ergebnis geführt haben: "Es ist bis zum Schluss auf Messers Schneide gestanden." Noch um vier Uhr war ein Kompromissvorschlag gescheitert, letztendlich stimmten aber alle Mitgliedsländer bis auf Schweden für die Fischereireform.
EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki will den Fischern helfen, sich auf die neuen Regeln einzustellen. Im April wollte sie über Möglichkeiten beraten, die Fischer mit EU-Geldern bei den nötigen Investitionen zu unterstützen. Dabei kann es zum Beispiel um neue Netze für gezielteren Fischfang gehen.
Das Rückwurfverbot hatten die Minister prinzipiell bereits im vergangenen Sommer beschlossen, damals aber umstrittene Detailfragen zum Zeitplan und zu Ausnahmeregelungen vertagt.