EU will Beschäftigungsgarantie für Jugendliche - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Hohe Arbeitslosigkeit EU will Beschäftigungsgarantie für Jugendliche

Ohne Job und ohne Perspektive - in dieser Lage befinden sich immer mehr Jugendliche in Europa. Sie sollen nach Willen der EU-Kommission künftig eine Garantie auf irgendeine Form von Beschäftigung erhalten. Doch Ländern, welche das Versprechen brechen, drohen keinerlei Konsequenzen.
Junge Demonstrantinnen in Spanien: Mehr als jeder zweite Jugendliche ist arbeitslos
Junge Demonstrantinnen in Spanien: Mehr als jeder zweite Jugendliche ist arbeitslos

Junge Demonstrantinnen in Spanien: Mehr als jeder zweite Jugendliche ist arbeitslos

Foto: ANDREA COMAS/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt - Es ist eines der größten Probleme der Euro-Krise: In vielen Ländern steigt die Jugendarbeitslosigkeit massiv an, in Griechenland und Spanien ist mittlerweile mehr als jeder zweite Jugendliche ohne Job. Nun will die Europäische Union per Gesetz gegen die Misere vorgehen: Die EU-Staaten sollen sich verpflichten, allen Unter-25-Jährigen innerhalb weniger Monate irgendeine Form von Beschäftigung zu garantieren. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") unter Berufung auf ein Regelungspaket, das Sozialkommissar László Andor am Mittwoch in Brüssel vorstellen will.

Die sogenannte Jugendgarantie sieht dem Bericht zufolge vor, dass Jugendliche spätestens vier Monate nach Ende ihrer Ausbildung oder dem Verlust ihres Arbeitsplatzes eine neue Stelle, einen neuen Ausbildungsplatz oder aber zumindest einen Praktikumsplatz erhalten. Wie die Staaten die Garantie umsetzen, solle ihnen weitgehend überlassen bleiben. Als Vorbild gelten vergleichbare Initiativen in Österreich, den Niederlanden und Norwegen.

Die EU-Kommission setzt laut "FAZ" vor allem auf die enge Zusammenarbeit der Sozialpartner und eine frühe Einbindung der Arbeitsämter. Entsprechende Programme der Staaten könnten mit Geld aus dem Europäischen Sozialfonds unterstützt werden, heiße es in dem Entwurf. Er ziele vor allem auf die besonders betroffenen südeuropäischen Staaten.

Nach Angaben der Kommission suchen in der EU momentan insgesamt 5,5 Millionen junge Menschen einen Arbeitsplatz - mehr als ein Fünftel der Altersgruppe. 7,5 Millionen Menschen unter 25 Jahren haben weder eine Stelle noch einen Ausbildungsplatz. Die Kosten dafür beziffert die Kommission auf jährlich mehr als 150 Milliarden Euro oder rund 1,2 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Wie die angeschlagenen süd- und teilweise auch osteuropäischen Staaten die Jugendgarantie auch nur annähernd erfüllen sollen, gehe aus dem Vorschlag Andors allerdings nicht hervor, heißt es in dem Bericht. Sanktionen für Länder, die die Garantie nicht erfüllen, seien nicht vorgesehen. Ohnehin solle der Vorschlag zunächst nur in der rechtlich weniger bindenden Form einer Empfehlung vorliegen.

dab/AFP