Handelsstreit mit den USA EU-Zölle sollen ab Juli gelten
Harley-Davidson
Foto: Sean Gallup/ Getty ImagesDie Vergeltungszölle der Europäischen Union gegen die USA im Stahlstreit greifen in vier Wochen. Die Strafabgaben werden ab Juli in Kraft treten, sagte EU-Vizekommissar Maros Sefcovic. Die noch notwendigen Vorbereitungen sollten in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten bis Ende Juni abgeschlossen werden.
Dies hätten die Kommissare auf ihrem wöchentlichen Treffen beschlossen. Die Behörde hatte die Importstrafen Mitte Mai bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet. Die EU hatte zu diesem Zweck bereits vor Wochen eine Liste mit US-Waren erstellt.
Die USA erheben seit dem 1. Juni 25 Prozent Zoll auf Stahl- sowie zehn Prozent auf Aluminium-Importe. US-Präsident Donald Trump lässt zudem inzwischen auch Zölle auf europäische Autos und Autoteile offiziell prüfen. Dies würde vor allem deutsche Hersteller treffen. Sie haben 2017 fast eine halbe Million Fahrzeuge in die USA exportiert.
Auch Mexiko und Kanada verhängen Gegenzölle
Mit den neuen Zöllen haben die USA einen Handelsstreit vom Zaun gebrochen. Darauf reagieren die Europäer jetzt. Auch Mexiko und Kanada wollen diesen Weg gehen.
"Die Anwendung der Ausgleichszölle steht voll im Einklang mit den WTO-Regeln", sagte Sefcovic. Es handle sich um eine "maßvolle und sinnvolle Antwort auf die unilaterale und illegale Entscheidung der USA".
Die Liste von US-Waren umfasst neben Stahlprodukten auch Bourbon-Whiskey, Erdnussbutter, Harley-Davidson-Motorräder und Levi's-Jeans. Insgesamt wären Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro von den Ausgleichszöllen der EU betroffen. Zunächst hatte es geheißen, der Start der EU-Zölle könnte frühestens zum 20. Juni kommen.