Konjunkturerholung Schuldenstand in der Eurozone sinkt
Euro-Statue, Fahnen der Mitgliedstaaten in Brüssel: Staatsschulden und Sparkurs
Foto: Mark Renders/ Getty ImagesIn der Eurozone ist der öffentliche Schuldenstand im zweiten Quartal des Jahres leicht gesunken. Die Schulden des gesamten staatlichen Sektors erreichten Ende Juni laut der EU-Statistikbehörde Eurostat eine Höhe von 92,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Drei Monate zuvor waren es noch 92,7 Prozent. Außer den Schulden der Regierungen werden unter anderem auch die Verbindlichkeiten der öffentlichen Sozialversicherungen berücksichtigt.
Auch im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 ist die Schuldenquote im Euroraum um einen halben Prozentpunkt gefallen. In absoluten Beträgen jedoch stiegen die Schulden von April bis Juni leicht um knapp zehn Milliarden Euro an. Da die Wirtschaftsleistung im Verhältnis aber stärker wuchs, entwickelte sich die Schuldenquote dennoch negativ.
Am stärksten fiel der Schuldenstand im Vergleich zum ersten Quartal 2015 demnach in Irland mit minus 2,6 Prozentpunkten, den Niederlanden (minus 2,2 Prozentpunkte) und Kroatien (minus 2,0 Prozentpunkte). In Zypern (plus 2,9 Prozent), Finnland und Ungarn (jeweils plus 2,0 Prozent) stieg die Quote hingegen am stärksten.
Das Krisenland Griechenland konnte seine Schuldenquote im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres zwar um 9,7 Prozentpunkte senken. Dennoch bleibt der Schuldenstand dort mit 167,8 Prozent mit großen Abstand der höchste im gemeinsamen Währungsraum. Italien liegt mit 136 Prozent Schuldenquote auf dem zweiten Platz.
Laut einer Umfrage unter Einkaufsmanagern von etwa 5000 Unternehmen ist die Wirtschaft in der Eurozone etwas stärker gewachsen als zuletzt. Der entsprechende Index des Markit-Instituts für Oktober stieg um 0,4 auf 54,0 Punkte. Das Barometer liegt damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Wie die Eurozone in die Krise schlitterte und wie stabil die Wirtschaft in Deutschland dasteht, das zeigt die Karte der globalen Staatsverschuldung. Die Übersicht gibt auch Aufschluss darüber, wer die größten Schuldenmacher sind.