Schwächelnde Weltwirtschaft Deutschland exportiert weniger
Containerschiff in Wilhelmshaven: Schwächere Wirtschaft in China drückt Exporte
Foto: Ingo Wagner/ dpaHamburg - Die schwächere Weltwirtschaft macht sich auch beim Exportvizeweltmeister Deutschland bemerkbar: Die deutschen Ausfuhren fielen im Juli gegenüber dem Vormonat überraschend um 1,1 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet.
Gerade in Märkten wie China, Brasilien oder Indien, wo sich das Wirtschaftswachstum bislang verringert hat, verkaufen deutsche Unternehmen weniger: "In den Schwellenländern ist es schlechter gelaufen", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "Und die Euro-Länder sind noch nicht so weit, um für unsere Exporte stärkere Impulse zu setzen."
Vorausgegangen waren schwache Industrieaufträge: Sie gingen um 2,7 Prozent zurück - ein größeres Minus gab es zuletzt im November 2011. Die Unternehmen reagierten darauf, indem sie weniger Güter produzierten: Sie fuhren ihre Produktion im Juli um 1,7 Prozent herunter. Das war der stärkste Rückgang seit April 2012.
"Eher eine Verschnaufpause"
Ökonomen trauen der deutsche Wirtschaft trotz der Rückschläge einen Aufschwung zu. "Das war eher eine Verschnaufpause", sagte DIHK-Experte Treier. "Besonders die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeuge dürfte in den kommenden Monaten anziehen, weil es in Europa einen Nachholbedarf gibt und auch in großen Schwellenländern eine Trendwende bevorsteht." Besonders aus China kamen zuletzt wieder positive Konjunktursignale.
Für das Gesamtjahr rechnet der Außenhandelsverband BGA für dieses Jahr mit einem Exportwachstum von drei Prozent. Das Ifo-Institut geht sogar von einem Rekordüberschuss für Deutschland aus. Dazu muss die Nachfrage aber in den verbleibenden Monaten wieder deutlich anziehen. In den ersten sieben Monaten schrumpften die Ausfuhren um 0,5 Prozent auf 640,8 Milliarden Euro.