Euro-Krise EZB lässt Leitzins auf Rekordtief
Euro-Zeichen vor der EZB: Leitzins unverändert
Foto: dapdFrankfurt am Main- Die Europäische Zentralbank belässt ihren Leitzins bei 0,75 Prozent. Das teilte die Notenbank nach der Sitzung des EZB-Rats mit. Auch den Einlagezins, den Banken bekommen, wenn sie Geld kurzfristig bei der EZB parken, beließen die Währungshüter bei null Prozent. Der Spitzenrefinanzierungssatz, den Institute bezahlen müssen, wenn sie sich Geld bei der Zentralbank leihen, steht weiter bei 1,5 Prozent.
Am Finanzmarkt legte der Euro kräftig auf 1,2644 Dollar zu, der Dax lag zeitweise 1,2 Prozent im Plus. EZB-Präsident Mario Draghi wird die Gründe für den Beschluss am Nachmittag erläutern.
Im Mittelpunkt steht dann aber sein umstrittenes Anleihenkaufprogramm. Es wird erwartet, dass er Details des Plans vorstellt, wie die EZB kriselnden Euro-Länder helfen wird.
Spanien profitiert offenbar bereits jetzt vom geplanten Markteingriff der Notenbanker. Das Land hat sich am Donnerstag zu relativ günstigen Zinsen frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Insgesamt habe man 3,5 Milliarden Euro aufgenommen und damit das Maximalziel erreicht, teilte die spanische Schuldenagentur am Donnerstag in Madrid mit.
Investoren setzen darauf, dass die Notenbank noch einmal tief in die Tasche greifen und ein umfassendes Anleihenkaufprogramm ankündigen wird, um der Euro-Schuldenkrise endlich Herr zu werden. "Die Märkte steigen, weil sie an ein Durchwurschteln durch die Krise glauben", sagte Nancy Curtin von Close Brothers Asset Management.
Das Szenario vom Auseinanderbrechen der Euro-Zone spiele zunächst keine Rolle mehr - wegen Draghis Versprechen, alles Notwendige für den Erhalt des Euro zu tun. "Aber die Probleme in der Euro-Zone sind dadurch noch nicht gelöst."