Gewinnwachstum EZB profitiert von Anleihekäufen
EZB-Tower in Frankfurt: Für die Zentralbank haben sich die Anleihekäufe gelohnt
Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERSDie Europäische Zentralbank (EZB) hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn gesteigert. Der Nettogewinn stieg von 989 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 1,082 Milliarden Euro, teilte die EZB mit.
Die Zentralbank profitierte dabei vor allem von den Zinserträgen aus dem Anleihekaufprogramm. Daneben trugen die Gebühren aus der Bankenaufsicht zu dem gestiegenen Gewinn bei. Auch der Anstieg des Dollars kam der EZB zugute.
Die EZB kauft seit März 2015 im Kampf gegen die niedrige Inflation monatlich Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro. Im Jahr 2014 hatte sie bereits besicherte Bankanleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS) gekauft.
Allerdings sanken die Zinseinnahmen aus dem ersten Anleihekaufprogramm (SMP) von 728 Millionen auf 609 Millionen Euro. Das SMP-Programm wurde 2010 zur Stützung kriselnder Eurostaaten aufgelegt und ist im September 2012 ausgelaufen. Grund für die sinkenden Zinseinnahmen ist, dass immer mehr Anleihen auslaufen. Allerdings macht die EZB damit immer noch mehr als die Hälfte des Gewinns.
Gebühren aus Überwachung fast verzehnfacht
Die EZB ist seit dem Herbst 2014 für die Bankenüberwachung im Euroraum zuständig. Die Gebühren aus der Aufsicht stiegen in diesem Zeitraum von 30 Millionen Euro auf 277 Millionen. Die Erträge aus dem zuletzt verlängerten Anleihekaufprogramm kletterten von 2 Millionen Euro auf 161 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der Banknotenausgabe lagen im vergangenen Jahr bei 42 Millionen Euro.
Die EZB überweist ihren Überschuss komplett an die nationalen Zentralbanken. 812 Millionen Euro wurden bereits am 29. Januar transferiert, die restlichen 270 Millionen Euro sollen am 19. Februar fließen. Auf die Bundesbank dürften davon entsprechend ihres Kapitalanteils an der EZB knapp 26 Prozent entfallen.