Baufinanzierer Fannie Mae zahlt weitere zehn Milliarden Dollar an USA zurück
Fannie-Mae-Zentrale in Washington: Die Gewinne sprudeln wieder
Foto: JASON REED/ REUTERSWashington - Der verstaatlichte US-Baufinanzierer Fannie Mae hat seinen Gewinn im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt. Der Überschuss stieg um 97 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar, teilte der US-Branchenführer mit.
Die US-Regierung wird der Erfolg des von ihr kontrollierten Unternehmens besonders freuen. Fannie Mae überweist nämlich mit 10,2 Milliarden Dollar sogar einen etwas höheren Betrag an die Staatskasse. Damit steigt die allein von Fannie Mae insgesamt abgeführte Summe dem Unternehmen zufolge auf rund 105 Milliarden Dollar.
Fannie Mae und die Schwestergesellschaft Freddie Mac sind Säulen des US-Immobilienmarkts. Sie kaufen Banken ganze Pakete an Hauskrediten ab, wodurch die privaten Institute frisches Geld erhalten und neue Kredite vergeben können. Als der Immobilienmarkt in den USA im Jahr 2008 kollabierte, gerieten die beiden Hausfinanzierer aber in Schieflage. Der Staat musste sie mit einem mehr als 187 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket stützen. Die Regierung hat seitdem das Sagen, obwohl weiterhin private Anteilseigner an Bord sind.
Die US-Immobilienmarkt erholt sich immer mehr, dementsprechend sprudeln auch die Gewinne bei Fannie Mae. Das Geld muss die Firma wegen einer Klausel aus dem Rettungspaket an den Staat abgeben. Allerdings kann es sich damit nicht aus der Obhut von Washington freikaufen. Das Vorgehen hat bereits zu Klagen privater Anteilseigner geführt, die sich benachteiligt fühlen.
US-Präsident Barack Obama hatte erst am Mittwoch angekündigt, den Staat möglichst aus der Immobilienfinanzierung herausziehen zu wollen. Dafür solle mehr privates Geld in den Wohnungsmarkt fließen. Fannie Mae und Freddie Mac sollen längerfristig abgewickelt werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt bereits im Senat. Die Reform des elf Billionen Dollar schweren US-Marktes dürfte allerdings Jahre in Anspruch nehmen.