Euro-Krise Finnland rutscht in die Rezession
Nokia-Zentrale in Espoo: Konzern verkauft Gebäude und mietet es an
Foto: Markku Ojala/ dpaHelsinki - Finnlands Wirtschaft leidet unter der unsicheren Lage in der Euro-Zone. Nach einem starken Start ins Jahr schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt nun im dritten Quartal zum zweiten Mal in Folge. Das Land rutschte damit in die Rezession. Von Juli bis September ließ die Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent nach, teilte das nationale Statistikamt mit.
Volkswirte wurden von der Entwicklung überrascht, sie hatten im Schnitt ein moderates Wachstum um 0,3 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank die Wirtschaftsleistung im 1,2 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit fast drei Jahren.
Negativ entwickelten sich vor allem die Investitionen der Unternehmen. Im Vergleich zum Vorquartal ließen sie um 1,1 Prozent nach. Die Zurückhaltung dürfte vor allem auf die Unsicherheit wegen der Schuldenkrise in Südeuropa zurückgehen.
Am stärksten leidet darunter die Elektroindustrie. Dazu gehören der kriselnde Mobiltelefonkonzern Nokia und seine zahlreichen Zulieferer. Der einstige Weltmarktführer trug vor zwölf Jahren noch vier Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei, mittlerweile sind es nur noch 1,6 Prozent. Nokia hat bei den Smartphones den Anschluss verloren und hat massive Sparmaßnahmen durchgeführt. Bis Ende 2013 entlässt der Konzern in Finnland rund 3700 Leute.
Am Dienstag teilte Nokia außerdem mit, seine Firmenzentrale für 170 Millionen Euro zu verkaufen. Der Gebäudekomplex in Espoo in der Nähe von Helsinki werde danach wieder zurückgemietet. Immobilien zu besitzen, gehöre nicht zu Nokias Kerngeschäft, erklärte Finanzchef Timo Ihamuotila. Nokia hatte das 48.000 Quadratmeter große Hauptquartier 1997 bezogen.