Frankreich leitet Verfahren gegen UBS ein - DER SPIEGEL
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Verdacht auf illegale Steuertricks Frankreich leitet Verfahren gegen UBS ein

Im Kampf gegen Steuerhinterziehung erhöht die französische Justiz den Druck auf die Schweizer Großbank UBS: Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Die Bank soll Kunden bei illegalen Praktiken geholfen haben.
UBS-Gebäude in Zürich: Ärger mit der französischen Justiz
UBS-Gebäude in Zürich: Ärger mit der französischen Justiz

UBS-Gebäude in Zürich: Ärger mit der französischen Justiz

Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERS
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Paris - Die französische Justiz hat ein formelles Ermittlungsverfahren gegen die Schweizer Bank UBS eingeleitet. Es geht um den Verdacht auf Beteiligung an gesetzwidrigen Vertriebspraktiken, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Gegen die französische Tochtergesellschaft der Bank läuft seit einer Woche ein ähnliches Verfahren.

UBS-Mitarbeiter aus der Schweiz sollen den Ermittlern zufolge mit Einverständnis der Bank rechtswidrig versucht haben, wohlhabende Franzosen davon zu überzeugen, heimliche Konten in der Schweiz zu eröffnen. Die Finanzströme zwischen beiden Ländern sollen über eine doppelte Buchführung verschleiert worden sein.

In zwei weiteren Punkten im Zusammenhang mit Geldwäsche- und Steuerhinterziehungsvorwürfen wiesen die Behörden der UBS den Status eines Zeugen mit Rechtsbeistand zu, nicht jenen als einfacher Zeuge oder Beschuldigter. Ein Zeuge mit Rechtsbeistand muss von einem Anwalt begleitet werden, wenn er von den Behörden befragt wird.

Gegen mehrere frühere UBS-Verantwortliche in Frankreich laufen bereits formelle Ermittlungsverfahren. Unter ihnen ist mit Patrick de Fayet auch ein Ex-Generaldirektor des Frankreich-Zweigs der Bank. Erste Ermittlungen waren nach Hinweisen ehemaliger UBS-Mitarbeiter eingeleitet worden.

Die UBS war am Freitag zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Großbank hatte zuvor wiederholt erklärt, sie halte sich an die Gesetze und kooperiere mit den französischen Behörden. Ende April hatten die französischen Behörden auch Ermittlungen gegen die britische Großbank HSBC eingeleitet. Das Institut soll reichen Franzosen geholfen haben, Geld vor dem Finanzamt in der Schweiz zu verstecken.

stk/Reuters/AFP