G20: Schäuble verwirft Sarkozys Weltrettungsplan - DER SPIEGEL
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Weltwirtschaftsgipfel: Super-Sarko legt die Latte hoch

Foto: Victor Fraile/ Getty Images

G20 Schäuble verwirft Sarkozys Weltrettungsplan

Die Pläne von Nicolas Sarkozy sind ambitioniert. Aber noch vor dem Beginn des G-20-Finanzministertreffens gibt es Widerstand: Die Boomländer Indien, China und Brasilien lehnen wichtige Teile der Weltwirtschaftsreform ab. Auch der deutsche Finanzminister ist skeptisch.
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Paris - Kurz vor Beginn des G-20-Finanzministertreffens formiert sich Widerstand gegen den Gastgeber. Eine Gruppe von fünf Ländern lehnte am Freitag die von Frankreich vorgeschlagenen Größen zur Benennung dieses Ungleichgewichts teilweise ab. Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble warnte vor falschen Vergleichen.

Das weltweite wirtschaftliche Ungleichgewicht ist zentrales Thema des G-20-Treffens, das am Abend in Paris beginnen sollte. Um dieses Ungleichgewicht festzumachen, sollen sich die Minister nach den Vorstellungen ihrer französischen Gastgeberin Christine Lagarde auf fünf Größen einigen. Doch die Gruppe der BRICS-Staaten, also Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, lehnt nach Angaben Brasiliens einige der vorgeschlagenen Indikatoren ab.

Diese fünf Indikatoren sind: die Leistungsbilanz, reale Wechselkurse, Haushaltsdefizit und öffentliche Schulden, Währungsreserven und private Spareinlagen.

An dem Indikator Leistungsbilanz übt Schäuble nun Kritik. Deutschland verzeichnet deutliche Exportüberschüsse. "Man muss dort in der Tat darauf achten, dass man Ungleiches nicht gleich behandelt", sagte Schäuble im Deutschlandfunk - mit Blick auf das ebenfalls exportstarke China. Der deutsche Exportüberschuss könne nicht mit dem Exportüberschuss eines Landes verglichen werden, das sich durch "Manipulation seiner Währung" Vorteile auf den Weltmärkten verschaffe.

Lob von US-Notenbankchef Bernanke

Im vergangenen Jahr hatte sich Deutschland gegen einen Vorschlag aus den USA gestemmt, Leistungsbilanzüberschüsse nicht über vier Prozent der Wirtschaftsleistung steigen zu lassen. Obergrenzen sollten bei dem Treffen in Paris nicht festgeschrieben werden, hieß es im Finanzministerium in Berlin.

Aus den USA gab es dagegen Lob für Sarkozys Pläne: "Ich bin froh, dass unsere französischen Gastgeber die Arbeit der G20 auf diese schwierigen, aber extrem wichtigen Fragen lenken", sagte US-Notenbankchef Ben Bernanke.

In der Frage der Wechselkurse, die Frankreich ebenfalls auf die Tagesordnung gesetzt hat, forderte Schäuble bessere Absprachen. Es sei ein guter Ansatz der französischen Regierung, dafür zu sorgen, dass die spekulativen Ausschläge begrenzt würden. Deutschland leitet zusammen mit Mexiko eine G-20-Arbeitsgruppe zu Währungsfragen. Lagarde hatte im Vorfeld des Treffens in Berlin für Aufregung gesorgt, im SPIEGEL-Gespräch schloss sie Bandbreiten für Wechselkurse nicht aus - und stellte damit das System freier Wechselkurse in Frage.

Für die Rohstoffmärkte, das dritte große Thema, forderte Schäuble gemeinsame Kriterien, um spekulative Tendenzen zu bekämpfen. Ein Lösungsweg könne sein, "dass wir etwa sagen wie in den Finanzgeschäften, es darf nicht außerhalb von transparenten Märkten gehandelt werden".

cte/AFP