Generalstreik in Spanien legt Wirtschaft lahm - DER SPIEGEL
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Generalstreik Wütende Spanier rebellieren gegen Spardiktat

Stillstand in den Fabriken, Krawalle in den Städten und Dutzende Festnahmen: Ein Generalstreik hat die spanische Wirtschaft teilweise lahmgelegt. Die Regierung zeigte sich jedoch unbeeindruckt und will an ihrem harten Sparkurs festhalten.
Polizisten vor einem Kaufhaus in Pamplona: Insgesamt verliefen die Proteste friedlich
Polizisten vor einem Kaufhaus in Pamplona: Insgesamt verliefen die Proteste friedlich

Polizisten vor einem Kaufhaus in Pamplona: Insgesamt verliefen die Proteste friedlich

Foto: Alvaro Barrientos/ AP
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Madrid - Mit Plakaten, Transparenten und roten Fahnen protestierten Gewerkschaftsmitglieder in der Hauptstadt Madrid am Donnerstag vor Unternehmen, Bahnstationen und dem städtischen Großmarkt. "Nein zur Arbeitsmarktreform", stand auf Schildern. Tausende Demonstranten blockierten eine Hauptverkehrsstraße der Hauptstadt.

Die Gewerkschaften sprachen bereits am Morgen von einem "riesigen Erfolg". Wenn die Regierung bis zum 1. Mai nicht ihre Bereitschaft zu Verhandlungen signalisiere, werde der Konflikt sich noch verschärfen, betonten die Gewerkschaftsführer Ignacio Fernandéz Toxó und Cándido Méndez.

Besonders am Morgen war es zu Zwischenfällen gekommen, als Demonstranten Fensterscheiben von Geschäften beschädigten und brennende Barrikaden auf den Straßen errichteten. Bei Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Streikposten wurden knapp 90 Menschen festgenommen. Insgesamt verliefen die Demonstrationen sonst aber friedlich.

Die Gewerkschaften wollen mit dem Streik erreichen, dass die Regierung Änderungen an der Reform vornimmt, die den Unternehmen die Entlassung von Mitarbeitern erleichtert und die Abfindungssummen senkt.

Nur wenige Ausfälle auf den Flughäfen

Die konservative Regierung kündigte an, sie werde von ihrer Sparpolitik "keinen Deut" abweichen. Arbeitsministerin Fátima Báñez sagte, Madrid sei zu Gesprächen bereit, aber die umstrittene Arbeitsmarktreform werde im Kern nicht angetastet.

An diesem Freitag will das Kabinett den Haushaltsentwurf für 2012 verabschieden, der Einsparungen in Rekordhöhe vorsieht. Die übrigen Euro-Länder blicken gespannt auf die Entwicklung in Spanien, nachdem das Land sein Defizitziel 2011 klar verfehlt hatte.

Regierung und Gewerkschaften stritten am Donnerstag darüber, wie erfolgreich der Streikaufruf der Arbeitnehmervertreter war. Die Gewerkschaften bezifferten die Streik-Beteiligung auf 77 Prozent der Beschäftigten. Dagegen teilte die Regierung mit, die Beteiligung sei "deutlich geringer" gewesen als beim vorigen Generalstreik im September 2010.

Tatsächlich waren die Auswirkungen nicht in allen Bereich der Wirtschaft zu spüren. Während in Autowerken und Industriebetrieben die Produktion teilweise zum Stillstand kam, waren die meisten Supermärkte, Banken und Restaurants wie an einem normalen Werktag geöffnet. Spanien-Urlauber waren von dem Ausstand nur wenig betroffen.

Nach Angaben der Flughafenbehörde AENA wurden bis zum Mittag gut 400 der insgesamt 3400 geplanten Flüge abgesagt. Auf Mallorca wurden zunächst 23 Verbindungen gestrichen.

stk/dpa/AFP