Verdacht auf Marktmanipulation Gerücht über Weidmann-Rücktritt schreckt Anleger auf
Bundesbank-Chef Weidmann: Spekulation um Rücktritt
Foto: dapdDie Spekulationen über die Deutsche Bank wurde aus Finanzkreisen zurückgewiesen. Auch die Bundesbank dementierte die Gerüchte über einen Rücktritt von Weidmann hart: Da sei "nichts dran", sagte ein Sprecher der Notenbank. Die Kurse erholten sich rasch wieder.
Findigen Spekulanten dürften die Kurssprünge dennoch gereicht haben, um abzukassieren. Sie hätten in der Zeit, in denen die Gerüchte die Märkte belasteten, Papiere gewinnbringend kaufen und verkaufen können.
Ob die Gerüchte gezielt gestreut wurden, um entsprechende Kursausschläge zu provozieren, dürfte sich kaum klären lassen. Zumindest im Fall Weidmanns aber schließt die Bundesbank dies nicht aus.
Nach Recherchen der Bundesbank tauchten die Gerüchte um den angeblichen Weidmann-Rücktritt offenbar zunächst in dem Twitter-Account russian_market auf - einem Aggregator von Finanznachrichten mit immerhin knapp 37.000 Followern.
Möglich, dass es sich bei dem Gerücht um eine Verwechselung handelt. Bei einigen der Tweets wird auch auf das Angebot von Philipp Rösler eingegangen, als FDP-Chef zurückzutreten - eine Offerte, die bereits wieder vom Tisch ist.
Ebenfalls möglich ist allerdings, dass da jemand versucht hat, sich an der Anlegerpanik zu bereichern. "Das könnte auch eine gezielte Marktmanipulation sein", sagt ein Sprecher SPIEGEL ONLINE.
Russian Market nahm zur Genese des Gerüchts bislang nicht Stellung, hat es mit seinem letzten Tweet aber wieder entkräftet.
Die Spekulationen um den angeblichen Weidmann-Rücktritt haben inzwischen auch die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. "Wir schauen uns das an vor dem Hintergrund der Marktmanipulation", sagte eine Sprecherin der Behörde.