Griechenland: Zwei Banken beantragen Nothilfe - DER SPIEGEL
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Kapitalflucht Griechische Banken brauchen Nothilfe

Kurz vor der Wahl ziehen Anleger ihr Geld massiv aus Griechenland ab - und bringen die Banken in Bedrängnis: Zwei Geldhäuser haben nun Nothilfen der griechischen Zentralbank beantragt.
Griechische Euromünze: Fünf Milliarden sollen fehlen
Griechische Euromünze: Fünf Milliarden sollen fehlen

Griechische Euromünze: Fünf Milliarden sollen fehlen

Foto: Federico Gambarini/ dpa
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Hamburg - Die bevorstehende Parlamentswahl in Griechenland macht den einheimischen Banken zu schaffen: Die Geldinstitute leiden darunter, dass Investoren massiv Kapital aus dem Land abziehen. Nun sind zwei griechische Banken gezwungen, den Notfallfonds der griechischen Zentralbank anzuzapfen. Nach Angaben der Zentralbank handelt es sich um die Alpha Bank und die Eurobank.

Ein Mitarbeiter der Eurobank sagte, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Die Bank brauche die Hilfen derzeit nicht und plane auch nicht, auf sie zurückzugreifen. Die Alpha Bank teilte mit, massive Geldabhebungen sowie die aktuellen Turbulenzen nach der Freigabe des Wechselkurses des Schweizer Franken hätten zu der Entscheidung geführt.

Laut der griechischen Zeitung "Kathemerini" benötigen die Institute mehr als fünf Milliarden Euro. Die Hilfsanträge sind ein legitimes Mittel: Bei Liquiditäts-Engpässen können die Banken in der Eurozone auf Nothilfen ihrer nationalen Notenbank zurückgreifen. Dies ist allerdings teurer, als wenn sich die Banken direkt Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) borgen - bedarf aber dennoch der Zustimmung der EZB. Eine Entscheidung im Falle der beiden griechischen Banken soll auf der EZB-Sitzung am 22. Januar fallen.

Für die Wahl am 25. Januar zeigen Umfragen einen Vorsprung der Linkspartei (Syriza) von Alexis Tsipras. Sie will nach einem Wahlsieg das Land zwar in der Eurozone halten, die Reformvereinbarungen mit den internationalen Gläubigern des hoch verschuldeten Eurostaates aber kippen. Unter anderem strebt sie einen Schuldenschnitt und ein Ende der harten Sparpolitik an.

Die Furcht vor politischen Turbulenzen führt zu einer starken Kapitalflucht. Die Griechen hatten bereits Ende 2014 rund drei Milliarden Euro von ihren Bankkonten abgehoben. "Dies geht auch in diesem Monat weiter", sagt ein Bankmitarbeiter. Anders als zu Beginn der Finanz- und Schuldenkrise 2010 sei die Lage aber "nicht dramatisch".

bka/Reuters/dpa/afp