Griechenland: IWF-Chefin Lagarde äußert sich zu geleaktem IWF-Gespräch - DER SPIEGEL
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Streit über Griechenlandhilfen Lagarde äußert sich zu veröffentlichtem IWF-Telefonat

Das geleakte IWF-Protokoll sorgt für Verstimmung in Griechenland. Regierungschef Tsipras forderte eine Erklärung, nun meldet sich IWF-Chefin Lagarde zu Wort.
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Kurz vor der neuen Troika-Mission in Athen hat ein durchgesickertes Protokoll einen Streit zwischen Internationalem Währungsfonds (IWF) und EU bei der Griechenlandrettung offenbart. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras forderte daraufhin eine Erklärung von IWF-Chefin Christine Lagarde. Diese erklärt nun in einem Brief an Tsipras, dass eine Einigung über einen weiteres Rettungspaket noch in weiter Ferne liege.

"Ich habe mehrfach betont, dass wir nur ein Programm unterstützen können, dass auf glaubhaften und realistischen Voraussetzungen basiert", schrieb Lagarde. "Es soll das Ziel erreichen, Griechenland wieder auf den Wachstumspfad zu bringen und die Schuldentragfähigkeit zu sichern."

Das Enthüllungsportal WikiLeaks hatte am Samstag die Abschrift einer IWF-Telefonkonferenz am 19. März veröffentlicht. Darin hatten hochrangige Vertreter des Fonds über ihre Verhandlungstaktik bezüglich des dritten Hilfsprogramms für Griechenland beraten. Sie diskutierten, wie auf Griechenland, Deutschland und die EU Druck ausgeübt werden könne, um noch im April zu einer Einigung zu kommen.

Die Regierung in Athen reagierte am Samstag mit einem Dringlichkeitstreffen. "Die griechische Regierung fordert Erklärungen vom IWF, ob es die offizielle Position des Fonds ist, kurz vor dem britischen Referendum Pleite-Bedingungen in Griechenland zu schaffen", erklärte Regierungssprecherin Olga Gerovasili.

Am Sonntag mischte sich auch der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis ein. Offenbar wolle der IWF Merkel bis zum Sommer so in die Enge drängen, dass sie am Ende einen Schuldenerlass für Griechenland akzeptieren könnte, schrieb er in einem Gastbeitrag für SPIEGEL ONLINE.

Am Montag werden Vertreter der sogenannten Troika aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) in Athen erwartet, um die Umsetzung des im Sommer vereinbarten, 84 Milliarden Euro schweren dritten Rettungspaketes zu überprüfen. Der IWF beteiligt sich bislang nicht an der Finanzierung, weil er an der Schuldentragfähigkeit Athens zweifelt.

asc/Reuters