Griechenland: Klaus Regling warnt vor Staatspleite - DER SPIEGEL
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Schuldenkrise Oberster Euro-Retter warnt vor Staatspleite Griechenlands

"Die Zeit wird knapp", sagt der Chef des Europäischen Rettungsschirms ESM, Klaus Regling. Griechenland müsse sich schnell mit den Geldgebern auf eine verbindliche Reformliste einigen - andernfalls drohe der Staatsbankrott.
Null-Euro-Graffito in Athen: "Der Rettungsschirm vergibt nur Kredite, wenn Reformen umgesetzt werden"
Null-Euro-Graffito in Athen: "Der Rettungsschirm vergibt nur Kredite, wenn Reformen umgesetzt werden"

Null-Euro-Graffito in Athen: "Der Rettungsschirm vergibt nur Kredite, wenn Reformen umgesetzt werden"

Foto: LOUISA GOULIAMAKI/ AFP
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Der Chef des Europäischen Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, appelliert an die Regierung in Athen: Griechenland müsse sich schnellstmöglich mit seinen Geldgebern auf eine verbindliche Reformliste einigen. Erst dann bekomme das Land neues Geld geliehen, stellte Regling in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung  klar.

"Die Zeit wird knapp", sagte Regling. Daher werde pausenlos an einer Einigung gearbeitet, denn andernfalls wären die Konsequenzen gravierend. "Dann droht eine Staatspleite", so der deutsche Volkswirtschaftler.

"Das hätte Auswirkungen auf andere Gläubiger wie uns", sagte Regling weiter. "Andererseits vergibt der Rettungsschirm nur Kredite, wenn Reformen umgesetzt werden. Das gilt auch jetzt, nur so kann die griechische Wirtschaft gesunden."

Regling betonte, dass der Rettungsschirm durchaus in der Lage sei, Griechenland weitere Milliarden-Hilfen auszuzahlen. Allerdings müsse sich Athen mit den Gläubigern auf eine verbindliche Reformliste einigen.

Aus Griechenland waren zuletzt widersprüchliche Aussagen zu hören: Der Regierungssprecher versicherte, das Land werde alles tun, um seine Schulden an den IWF zurückzuzahlen. Man bemühe sich um eine tragfähige Lösung mit der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem IWF und werde in Kürze eine Einigung erzielen. Knackpunkte in den Gesprächen seien Mehrwertsteuer, Renten, Arbeitsmarktreformen und die Ziele für den sogenannten Primärüberschuss, bei dem Zinszahlungen herausgerechnet werden.

Dagegen hatte Innenminister Nikos Voutsis in Zweifel gezogen, ob Griechenland eine Anfang Juni fällige Tilgung von 300 Millionen Euro werde leisten können.

syd/Reuters/dpa