Griechenland: Reformen mit Risiko - DER SPIEGEL
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Griechenland Reformen mit Risiko

Mit Griechenland fing die Euro-Krise an - und die Gefahr eines Staatsbankrotts ist noch immer nicht gebannt. Im Gegenteil: Die Regierung in Athen braucht womöglich länger, um ihre Schulden zurückzuzahlen.
Demonstration vor der Akropolis: Tiefe Rezession
Demonstration vor der Akropolis: Tiefe Rezession

Demonstration vor der Akropolis: Tiefe Rezession

Foto: Getty Images
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Georgios Papandreou

Internationalen Währungsfonds

Ende April 2010 gab es für Griechenland keinen Ausweg mehr: Ministerpräsident musste bei den Euro-Partnern und dem (IWF) Notfallkredite in Höhe von 110 Milliarden Euro beantragen - zu groß war die Schuldenlast des Landes geworden. Im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung zu einem rigiden Sparplan.

Mehrwertsteuer

Was seither folgte, löst immer neue Schockwellen unter den elf Millionen Griechen aus. Bis 2013 soll das Land mehr als 30 Milliarden Euro einsparen - das entspricht rund 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ziel ist es, das Staatsdefizit von heute 15,4 Prozent auf unter drei Prozent zu drücken. Dies soll unter anderem durch die Erhöhung der von 19 auf 23 Prozent sowie harte Einschnitte bei Gehältern, Pensionen und Renten verwirklicht werden.

Das Problem dabei: Die Gefahr eines Staatsbankrotts ist noch immer nicht gebannt. Griechenland steckt in einer tiefen Rezession, die Chancen auf wirtschaftliche Erholung sind gering. Hauptgrund: Die Bruttowertschöpfung der griechischen Wirtschaft speist sich zu 70 Prozent aus der Binnennachfrage. Das Sparprogramm aber würgt den privaten Konsum ab. Und obendrein schnellen die Preise in die Höhe - im Oktober 2010 betrug die Inflationsrate 5,2 Prozent.

Schuldenberg wächst bis Ende 2013 auf mehr als 400 Milliarden

In den vergangenen zwei Jahren haben außerdem mehr als 1500 Industrie- und Handelsfirmen ihren Standort in das benachbarte Ausland verlegt. Die Erlöse der Tourismusindustrie, ein Grundpfeiler der griechischen Wirtschaft, brachen seit 2008 um 25 Prozent ein. Die Arbeitslosenquote liegt gegenwärtig bei 12,2 Prozent.

Das größte Problem jedoch ist die enorme Staatsverschuldung. Hatte Griechenland Ende 2009 insgesamt knapp 300 Milliarden Euro Schulden angehäuft (127 Prozent des Bruttoinlandsprodukts), sollen es Ende 2013 mehr als 400 Milliarden Euro sein (190 Prozent des Bruttoinlandsprodukts).

Hinzu kommt, dass Griechenland an den Märkten hohe Risikoaufschläge zahlen muss, wenn es an frisches Geld kommen will. Ende 2010 brachte Regierungschef Papandreou daher erstmals eine Streckung der Kreditzahlungen an die Euro-Partner und den IWF ins Gespräch. Mit anderen Worten: Das Land will seine Schulden erst später zurückzahlen. Noch allerdings soll sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen sträuben.

Ferry Batzoglou