Reaktion auf Wirtschaftskrise Troika mildert Sparvorgaben für Griechenland ab
Menschen in Athen: Die Institutionen haben nun geringere Ansprüche an Griechenland
Foto: YIANNIS KOURTOGLOU/ REUTERSDie Troika aus Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) will nach SPIEGEL-Informationen den Sparkurs in Griechenland merklich lockern. Die zuletzt anvisierten Etatziele seien illusorisch, weil die Wirtschaft eingebrochen sei, heißt es in Troika-Kreisen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Die neue Ausgabe finden Sie hier.)
So sei nicht damit zu rechnen, dass Griechenland dieses Jahr einen Primärüberschuss, also ein Haushaltsplus vor Zinszahlungen, von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts erzielt. Dieser Puffer dürfte durch die jüngsten ökonomischen Turbulenzen aufgebraucht sein.
Auch für die nächsten Jahre will sich die Troika mit geringeren Überschüssen zufrieden geben als bislang geplant, weil sie die Rezession nicht verschärfen will. Für 2016 wird demnach ein Plus von einem Prozent angepeilt, statt den bisher vorgesehenen zwei Prozent. 2017 soll der Primärüberschuss ebenfalls geringer ausfallen als die vorgegebenen drei Prozent. Offen ist auch, ob 2018 der Wert von 3,5 Prozent erreicht wird.
Der Sanierungsrabatt stellt die langfristige Schuldentragfähigkeit Griechenlands infrage, an die besonders der IWF weitere Hilfen knüpft. Die niedrigeren Vorgaben dürften daher die Diskussion befeuern, ob das Land am Ende nicht doch einen Schuldenschnitt braucht.