Griechenland: Wirtschaft wächst dank Verbrauchern - DER SPIEGEL
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Konsum Griechische Verbraucher lassen Wirtschaft wachsen

Bevor ihr Zugang zu Bargeld eingeschränkt wurde, gaben Griechenlands Verbraucher noch einmal deutlich mehr aus. Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal stärker als angenommen. Dennoch droht in diesem Jahr eine neue Rezession.
Kunde in Athen: "Hauptgrund für das Wachstum"
Kunde in Athen: "Hauptgrund für das Wachstum"

Kunde in Athen: "Hauptgrund für das Wachstum"

Foto: © John Kolesidis / Reuters/ REUTERS
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Griechenlands Wirtschaft ist dank gestiegener Konsumausgaben im zweiten Quartal noch stärker gewachsen als zunächst geschätzt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg nach Angaben des nationalen Statistikamts von April bis Juni um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal - drei Mal so schnell wie das der gesamten Eurozone. Damit wurde die erste Schätzung in Höhe von 0,8 Prozent leicht nach oben korrigiert. Zu Jahresbeginn hatte es ein Mini-Plus von 0,1 Prozent gegeben.

"Die Konsumausgaben sind der Hauptgrund für das Wachstum", sagte der Ökonom Nikos Magginas von der National Bank. "Die Entlastung durch sinkende Ölpreise hat dazu beigetragen." Der Konsum zog um 1,1 Prozent an.

Auch vom Außenhandel kamen Impulse. Zwar wuchsen die Exporte nur um 0,1 Prozent, doch gleichzeitig nahmen die Importe um 4,9 Prozent ab. Dadurch schob der Außenhandel die Konjunktur an. Dagegen investierten die Unternehmen deutlich weniger: Hier gab es einen Einbruch von 10,6 Prozent.

Die internationalen Geldgeber und die Regierung in Athen erwarten trotz der guten ersten Jahreshälfte eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt soll demnach 2015 um 2,3 Prozent schrumpfen. "Kapitalkontrollen und höhere Steuerlast werden den Konsum im zweiten Halbjahr belasten", sagte Ökonom Magginas. Die Kapitalkontrollen wurden Ende Juni eingeführt, ihre Effekte sind in den jetzigen Zahlen also kaum erfasst.

Derzeit können die Griechen maximal 420 Euro pro Woche abheben. Im Juli waren die Banken für drei Wochen geschlossen. Das dürfte die Wirtschaft zu Beginn der zweiten Jahreshälfte stark belastet haben. Nach sechsjähriger Talfahrt war das griechische Bruttoinlandsprodukt 2014 erstmals wieder gewachsen.

Stabilisiert werden dürfte die Konjunktur vom Tourismus. So halten deutsche Urlauber dem beliebten Reiseziel trotz der anhaltenden Turbulenzen die Treue. Nach Angaben von Europas größtem Reisekonzern TUI lagen die Sommerbuchungen über dem Vorjahresniveau.

dab/Reuters