Neue Griechenland-Hilfe Schäuble räumt Etat-Belastung in Milliardenhöhe ein
Bundesfinanzminister Schäuble: Bund verzichtet auf 130 Millionen Euro Zinsgewinne pro Jahr
Foto: JOHANNES EISELE/ AFPBerlin - Die neu verabredete Griechenland-Hilfe führt zu milliardenschweren Ausfällen im Bundeshaushalt. Laut eines Berichts der "Leipziger Volkszeitung" hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in einem Brief an SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier die Summe von 2,74 Milliarden Euro genannt.
Zudem sollen die Finanzminister der Europäischen Union Griechenland weitere Hilfsmaßnahmen in Aussicht gestellt haben. Dies gelte für den Fall, dass eine glaubwürdige und nachhaltige Reduzierung des Schuldenstands nicht anders erreicht werden könne.
Das neue Hilfspaket für Griechenland setzt sich aus zwei Posten zusammen: den Gewinnen aus dem Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), die fortan an Griechenland überwiesen werden sollen, und einer Zinssenkung auf bereits gewährte Kredite. Mit der EZB seien laut Schäuble ausfallende Gewinne in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Euro verabredet worden. Der deutsche Anteil entspreche dem Anteil an der EZB von rund 27 Prozent. Das würde bedeuten, dass rund 600 Millionen Euro im Jahr 2013 und rund 530 Millionen Euro im Jahr 2014 zu Lasten des Bundeshaushalts anfielen.
"Insgesamt beläuft sich der rechnerische deutsche Anteil aus aktueller Sicht auf rund 2,74 Milliarden Euro", sagte Schäuble. Darüber hinaus verzichte der Bund pro Jahr auf rund 130 Millionen Euro an Zinsgewinnen.