Griechische Medien attackieren Schäuble - DER SPIEGEL
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Griechische Medien "Schäuble droht uns mit neuer Hilfe"

Finanzminister Wolfgang Schäuble ist erneut der Buhmann in den griechischen Medien: Seine Ankündigung eines weiteren Hilfspakets stößt auf massive Kritik. Die Lage des hochverschuldeten Landes werde von den deutschen Wahlkämpfern ausgenutzt.
Finanzminister Schäuble: "Es wird noch ein Programm geben müssen"
Finanzminister Schäuble: "Es wird noch ein Programm geben müssen"

Finanzminister Schäuble: "Es wird noch ein Programm geben müssen"

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ REUTERS
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Athen - Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sorgt mit seiner Ankündigung eines weiteren Rettungspakets nach 2014 für Schlagzeilen in den griechischen Medien: "Sie sind gescheitert und wollen uns wieder retten - Schäuble droht uns mit neuer Hilfe", schrieb etwa die linksgerichtete Zeitung "Efimerida ton Syntakton". Das neue Hilfsprogramm werde mit weiteren harten Sparmaßnahmen verbunden sein, prognostizierte das Blatt.

Schäuble hatte am Dienstag auf einer Wahlkampfveranstaltung gesagt, Griechenland brauche ein weiteres Hilfsprogramm. Die Griechen benötigten auch nach 2014 Hilfen ihrer internationalen Partner. "Es wird in Griechenland noch einmal ein Programm geben müssen", so Schäuble. So müssten die Partner helfen, dass die Griechen keine übermäßig hohen Zinsen auf ihre Kredite bezahlen. "Sie sind noch nicht über den Berg."

Die regierungsnahe Zeitung "Ta Nea" titelte: "Griechenland in den deutschen Wahlurnen". Das Tabu einer zusätzlichen Hilfe sei von Schäuble gebrochen worden, jetzt werde Griechenland zu einem der wichtigsten Wahlkampfthemen kurz vor der Bundestagswahl.

"Avgi", das Parteiblatt der stärksten Oppositionspartei Bündnis der radikalen Linken (Syriza), titelte am Mittwoch: "Fesseln mit neuem Kredit und neuem Sparprogramm". Das Prahlen der Regierung von Ministerpräsident Antonis Samaras, das Land komme aus der Krise heraus, sei nur eine Seifenblase gewesen.

Asmussen in Athen

Das deutsche Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, traf am Mittwoch zu einem kurzen Besuch in Athen ein. Zunächst sprach Asmussen mit dem griechischen Vizeregierungschef und Außenminister Evangelos Venizelos, teilte sein Ministerium mit.

Asmussen soll auch Regierungschef Antonis Samaras treffen, berichtete die griechische Presse. Der Termin wurde jedoch bislang nicht von Samaras' Büro bestätigt. Besonderes Gewicht habe Asmussens Treffen mit dem obersten Kassenhüter Ioannis Stournaras, erklärte das griechische Finanzministerium. Zudem solle er am Mittwochabend aus "erster Hand" von Bankvorständen über die Lage im Land informiert werden, hieß es.

Im Mittelpunkt der Unterredungen steht der Fortgang des griechischen Spar- und Reformprogramms. Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums bezeichnete es als "unabwendbar", dass auch das Thema einer möglichen neuen Finanzierung Griechenlands nach dem Ende des laufenden Stabilisierungsprogramms angesprochen werde. Die zusätzlichen Gelder, die Griechenland benötigen könnte, werden derzeit auf knapp elf Milliarden Euro geschätzt.

cte/dpa