Griechische Regierung reist zu Geldgebern - DER SPIEGEL
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Krisengespräche Griechische Minister besuchen Geldgeber in Europa

Der griechische Regierungschef Tsipras schickt wieder Emissäre durch Europa: Sie sollen die Geldgeber überzeugen, die ausstehenden Hilfsmilliarden zu überweisen. Mit einer schnellen Einigung rechnet niemand, aber zumindest der Wille ist da.
Hilferuf in Athen: Griechenlands Regierung reist zu ihren Geldgebern
Hilferuf in Athen: Griechenlands Regierung reist zu ihren Geldgebern

Hilferuf in Athen: Griechenlands Regierung reist zu ihren Geldgebern

Foto: ALKIS KONSTANTINIDIS/ Reuters
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Die griechische Regierung in Athen hat angesichts drückender Geldprobleme neue Krisenreisen zu den europäischen Geldgebern gestartet. Finanzminister Gianis Varoufakis traf am Dienstag in Paris seinen französischen Kollegen Michel Sapin. Anschließend sprach er in Brüssel mit EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Bei dem kurzfristig angesetzten Treffen ging es um die Reformverhandlungen in der sogenannten Brüssel-Gruppe. Es gebe "deutliche Fortschritte", teilte Moscovici am Dienstag per Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Regierungschef Alexis Tsipras entsandte auch Vertraute nach Frankfurt, um den Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, zu weiterer Unterstützung zu bewegen. Die Reisen dienen der Vorbereitung des nächsten Treffens der Euro-Gruppe am kommenden Montag.

In Berlin dämpfte Finanzminister Wolfgang Schäuble die Erwartungen, dass es bei dem Treffen schon eine Einigung mit Athen geben werde. Die griechische Regierung braucht dringend Geld, um ihren Verpflichtungen nachzukommen und pocht auf rasche Auszahlungen der Geldgeber. Diese wollen jedoch zuvor eine Vereinbarung über ein umfassendes Reformpaket in Griechenland durchsetzen.

Schäuble widerspricht Medienbericht über IWF-Drohung

"Ich bin im Augenblick einigermaßen skeptisch, ob dies bis Montag zu schaffen sein wird, aber ich schließe es nicht aus", sagte Schäuble. Er wies einen Bericht der "Financial Times" zurück, wonach der Internationale Währungsfonds (IWF) auf einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland pocht. "Der IWF hat eine solche Äußerung natürlich nicht getan", sagte Schäuble.

Die "FT" hatte berichtet, dass der IWF die Euroländer dazu drängt, Griechenland einen Teil seiner Schulden zu erlassen. Sonst könne der IWF keine weiteren Hilfen mehr überweisen. Davor habe IWF-Europadirektor Poul Thomson die Euro-Finanzminister beim Treffen Ende April in Riga gewarnt.

Der IWF und die Euro-Partner haben 7,2 Milliarden Euro wegen fehlender Reformzusagen Athens auf Eis gelegt. Nach Angaben Schäubles ist die Atmosphäre in den Verhandlungen aber konstruktiver geworden. Die Liquidität Griechenlands sei wohl geringer geworden. Er habe aber keine Zahlen, sagte Schäuble. Die EU-Kommission kappte wegen der verschärften Krise in Griechenland die Wachstumsprognose auf 0,5 Prozent.

EU-Kommissar Moscovici äußerte sich am Dienstag nur zurückhaltend zu Überweisungen an Athen. Auch er scheint bei den Verhandlungen mit der Tsipras-Regierung keinen raschen Durchbruch zu erwarten. "Ich hoffe, dass wir bis zum 11. Mai gute Fortschritte machen können", sagte er lediglich.

Am Dienstagnachmittag empfing EZB-Chef Draghi den griechischen Vizeregierungschef Giannis Dragasakis und den stellvertretenden Außenminister Euklidis Tsakalotos in Frankfurt. Im Mittelpunkt dieser Gespräche stehe die für Mittwoch anstehende Entscheidung der EZB über eine mögliche Aufstockung der Notkredite für Griechenland, hieß es aus Athen.

Diese sogenannten Ela-Kredite ("Emergency Liquidity Assistance") sind die derzeit letzte Geldquelle für Banken im pleitebedrohten Griechenland. Zuletzt hatte EZB-Präsident Mario Draghi eine mögliche Eindämmung der Notkredite angedeutet, sollte es weiterhin keine Fortschritte im Schuldenstreit geben.

nck/dpa