Wachstumseinbruch Griechische Wirtschaft rutscht weiter ab
Flaggen von EU und Griechenland in Athen: Große Unterschiede innerhalb der Euro-Zone
Foto: dapdAthen/Luxemburg - Es ist bereits das siebte Quartal mit einem deutlichen Minus: Die Wirtschaft in Griechenland ist Anfang 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent geschrumpft. Das geht aus offiziellen Zahlen hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden.
Erstmalig war die griechische Wirtschaftsleistung Ende 2008 zurückgegangen, sie konnte sich jedoch ab Mitte 2010 etwas stabilisieren. Ab Herbst 2010 ging es dann wieder stetig bergab. Derzeit ringt das Land um eine neue Regierung. Nachdem alle bisherigen Koalitionsgespräche scheiterten, setzt Staatspräsident Karolos Papoulias nun auf die Bildung einer Technokraten-Regierung.
Glimpflicher verlief die wirtschaftliche Entwicklung im Rest der Euro-Zone. Zum Jahresanfang blieb das Bruttoinlandsprodukt im gesamten Währungsraum mit 0,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal unverändert, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat berichtete. Auch im Durchschnitt aller 27 EU-Länder stagnierte die Wirtschaft im ersten Quartal.
Besonders deutlich trotzte Deutschland einer Rezession: Dank starker Exporte stieg die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent - deutlich mehr als von Experten erwartet. In Frankreich herrschte hingegen Stagnation.
Unter den großen EU-Staaten fand sich Italien mit einem Minus von 0,8 Prozent am unteren Ende der Skala. Im Krisenland Spanien sank die Wirtschaftsleistung wie im Vierteljahr zuvor um 0,3 Prozent. Für das gesamte Jahr 2012 hatte EU-Währungskommissar Olli Rehn in seiner Frühjahrsprognose jüngst eine leichte Rezession von minus 0,3 Prozent in der Euro-Zone vorhergesagt. Für 2013 erwartet die EU-Kommission ein Plus von einem Prozent.
Im letzten Quartal 2011 war die Wirtschaft in den 17 Euro-Ländern erstmals seit zweieinhalb Jahren um 0,3 Prozent geschrumpft. Nach gängigem Verständnis spricht man von einer Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge sinkt.