Griechisches Defizit schrumpft deutlich - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Schuldenkrise Griechisches Defizit schrumpft deutlich

Griechenland kommt beim Abbau des Staatsdefizits voran. Die Haushaltslücke betrug in den ersten drei Monaten des Landes 330 Millionen Euro - im Vorjahr waren es noch 1,7 Milliarden Euro. Experten zufolge wird das für eine Stabilisierung aber kaum reichen.
Athen: Staatsdefizit soll 2014 wieder unter der Marke von drei Prozent liegen
Athen: Staatsdefizit soll 2014 wieder unter der Marke von drei Prozent liegen

Athen: Staatsdefizit soll 2014 wieder unter der Marke von drei Prozent liegen

Foto: JOHN KOLESIDIS/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Athen - Griechenland macht Fortschritte bei der Sanierung der Staatsfinanzen. Das Defizit schmolz von Januar bis April auf 330 Millionen Euro, teilte das Finanzministerium am Freitag in Athen mit. Ein Jahr zuvor lag der Fehlbetrag noch bei 1,7 Milliarden Euro. In den Daten ist allerdings nur der Haushalt der Zentralregierung berücksichtigt, während Sozialversicherung und Kommunen fehlen.

Das Staatsdefizit soll nach Prognose der EU-Kommission im kommenden Jahr wieder unter der erlaubten Obergrenze von drei Prozent liegen. Der Schuldenberg soll dann leicht sinken. Bis 2022 soll die Schuldenquote unter 110 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sinken.

Doch wie realistisch ist das ohne einen weiteren Schuldenschnitt? Die Ökonomen vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW)  halten Griechenland für "hoffnungslos überschuldet". Das Land müsse selbst bei einem Wachstum von vier Prozent einen Primärüberschuss von 13 Prozent des BIP erreichen, um den Haushalt dauerhaft zu sanieren. Unter dem Primärüberschuss versteht man den Haushaltssaldo ohne Zinszahlungen.

173 Milliarden Euro an Hilfskrediten hat Griechenland bereits bekommen. Am Montag kommen die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammen, um über die Freigabe weiterer 7,5 Milliarden zu entscheiden. Es wird damit gerechnet, dass sie die Kredite freigeben.

Aufgrund historischer Erfahrungen bezeichnet das IfW es als "mehr als schwer" für ein Land, einen Anstieg der Schulden zu verhindern, wenn es einen Primärüberschuss von mehr als fünf Prozent der Wirtschaftsleistung benötigt. Das Fazit der Forscher: "Einzig ein weiterer Schuldenschnitt erscheint hier zielführend."

cte/Reuters