Heftige Proteste Griechen streiken gegen Sparprogramm
Plakatwand mit Streikaufrufen: 24 Stunden soll der Ausstand dauern
Foto: Nikolas Giakoumidis/ APAthen - Aus Protest gegen Massenentlassungen und weitere Lohnkürzungen haben am Donnerstag umfangreiche Streiks in Griechenland begonnen. Vor allem im öffentlichen Nahverkehr und im Fährverkehr soll es zu erheblichen Behinderungen kommen. Auch Züge und die Athener Vorstadtbahn sind betroffen.
Ministerien und staatliche Unternehmen sowie Schulen sollen ebenfalls für 24 Stunden bestreikt werden. Ärzte wollen in staatlichen Krankenhäusern nur Notfälle behandeln. Der Flugverkehr wird nach Angaben des Flughafens Athens nicht beeinträchtigt. Die Fluglotsen nähmen am Streik nicht teil, um dem Tourismus keinen Schlag zu verpassen, hieß es seitens ihrer Gewerkschaft.
Um die Mittagszeit sind in Athen und anderen Städten des Landes Demonstrationen geplant. Zu dem Streik haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände aus Staats- und Privatwirtschaft aufgerufen.
Es ist der erste umfangreiche Streik seit dem Start der Übergangsregierung unter dem Finanzexperten Loukas Papademos Anfang November. Papademos hat wiederholt erklärt, er werde alle nötigen Reformen und schmerzhafte Maßnahmen umsetzen, um das Land vorm Bankrott zu retten.
Der Streik wird nach Einschätzung von Beobachtern kaum etwas daran ändern können. Weil Griechenland sich am Kapitalmarkt selbst kein Geld mehr leihen kann, ist es seit eineinhalb Jahren auf Hilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen. Als Bedingung für die Hilfe fordern die Geldgeber einen rigiden Sparkurs. Die Regierung hat bereits zwei Sparprogramme eingeleitet. Unter anderem sollen in den kommenden Monaten rund 30.000 Staatsbedienstete entlassen werden.