Drohende Deflation In der Eurozone sinken die Preise
Kundin an der Kasse
Foto: Daniel Roland/ APDie Inflation im Euroraum hat wegen sinkender Energiepreise einen kräftigen Dämpfer erhalten. Im Februar seien die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 0,2 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Im Januar hatte die Inflationsrate noch bei 0,3 Prozent gelegen. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, stagnierten die Preise.
Insbesondere der Ölpreisverfall sorgt dafür, dass die Lebenshaltungskosten sinken: Energie verbilligte sich im Februar binnen Jahresfrist um acht Prozent. Teurer waren im Februar Nahrungs- und Genussmittel. Ob man bereits von einer Deflation sprechen kann, ist nicht ganz klar. Eigentlich setzt diese einen lang anhaltenden und signifikanten Trend voraus, häufig wird aber auch ein kurzzeitiger Preisverfall Deflation genannt.
Gefährlicher Preisverfall: Wie Deflation entsteht
Dennoch setzen die sinkenden Preise die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck. Sie strebt für das Ziel der Preisstabilität eine Inflation von knapp zwei Prozent an. EZB-Präsident Mario Draghi hat bereits signalisiert, dass die Währungshüter im März eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beschließen könnten.
Ihr auf 1,5 Billionen Euro angelegtes Kaufprogramm für Anleihen und andere Wertpapiere läuft bis Ende März 2017. Damit soll die Konjunktur angekurbelt und auch die Inflation angeheizt werden.
Viele Ökonomen halten Deflation für gefährlich, weil sie fürchten, Konsumenten könnten gerade größere Anschaffungen in der Hoffnung auf noch niedrigere Preise aufschieben und so die Konjunktur weiter schwächen. Als klassisches Beispiel für die Gefahr lang anhaltender Deflation gilt Japan, wo die Verbraucherpreise in den vergangenen zwei Jahrzehnten teils deutlich fielen und Wirtschaftswachstum eher die Ausnahme ist.