Integration Jeder zweite Geflüchtete von 2015 hat einen Job
Berufliche Fortbildung für Migrantinnen und Migranten (2015): Steigendes Bildungsniveau, wachsende Beschäftigungsquote
Foto: Oliver Killig / picture alliance / dpa54 Prozent der 2015 nach Deutschland Geflüchteten waren 2021 erwerbstätig. Das zeigt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Erwerbstätigkeit dieser Migrantinnen und Migranten ist gegenüber dem Pandemiejahr 2020 um zehn Prozentpunkte gestiegen.
Allerdings gibt es laut der Studie zwischen den Geschlechtern ein erhebliches Gefälle. Während 67 Prozent der männlichen Geflüchteten von 2015 inzwischen erwerbstätig seien, liege die Quote bei Frauen nur bei 23 Prozent.
Hier spiele unter anderem die Betreuung von Kindern eine Rolle, heißt es zur Erklärung. Aber auch Faktoren wie Bildung und Berufserfahrung im Herkunftsland oder die Teilnahme an Sprach- und Arbeitsmarktprogrammen bedingten die großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Steigendes Bildungsniveau
Das Bildungsniveau der Zugewanderten von 2015 ist laut IAB ebenfalls gestiegen. 33 Prozent der erwachsenen Geflüchteten haben demnach inzwischen Schulen und Hochschulen besucht oder Ausbildungen und Weiterbildungsmaßnahmen absolviert.
Das wiederum erhöht auch die Chancen auf dem Jobmarkt. 70 Prozent der erwerbstätigen Geflüchteten üben dort demnach inzwischen eine Tätigkeit aus, für die ein Berufs- oder Studienabschluss notwendig ist.
Zwölf Prozent der erwerbstätigen Geflüchteten hätten sogar einen Job mit höherer Qualifikation als in ihrer Heimat gefunden, schreibt das IAB. 41 Prozent seien allerdings noch unterhalb ihres Tätigkeitsniveaus von vor dem Zuzug beschäftigt.
65 Prozent der erwerbstätigen Geflüchteten von 2015 arbeiten laut IAB in Vollzeit. Das entspricht in etwa dem Durchschnitt aller Erwerbstätigen in Deutschland.
Höhere Gehälter
Das mittlere Bruttomonatsentgelt der Geflüchteten in Vollzeit ist bis 2021 auf 2037 Euro gestiegen. 2015, im Jahr ihrer Ankunft, hatte es noch 1660 Euro betragen.
Gleichzeitig verdienen Geflüchtete nach wie vor weniger als der Durchschnitt aller in Deutschland Beschäftigten. Die 18- bis 25-jährigen Geflüchteten etwa verdienen nur 74 Prozent so viel wie alle arbeitenden Menschen dieser Altersgruppe in der Bundesrepublik.
»Sechs Jahre nach der Ankunft in Deutschland zeichnen sich in allen Dimensionen der Arbeitsmarktintegration erhebliche Fortschritte ab«, sagt Yuliya Kosyakova, Co-Chefin des IAB-Forschungsbereichs »Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung«. Gleichzeitig gebe es weiter dringenden Handlungsbedarf, besonders bei der Förderung geflüchteter Frauen.