IWF: Christine Lagarde wird im Amt bestätigt - DER SPIEGEL
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Zweite Amtszeit Lagarde bleibt IWF-Chefin

Christine Lagarde kann den Internationalen Währungsfonds für weitere fünf Jahre leiten. In der neuen Amtszeit erwartet die Französin auch eine Auseinandersetzung mit der heimischen Justiz.
Einflussreich: IWF-Chefin Lagarde beim Weltwirtschaftsforum
Einflussreich: IWF-Chefin Lagarde beim Weltwirtschaftsforum

Einflussreich: IWF-Chefin Lagarde beim Weltwirtschaftsforum

Foto: Jean-Christophe Bott/ dpa
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird auch in Zukunft von Christine Lagarde geleitet. Der Fonds bestätigte am Freitag die zweite Amtszeit seiner geschäftsführenden Direktorin.

Lagarde steht seit Juli 2011 an der Spitze der mächtigen Organisation, der 188 Mitgliedsstaaten angehören und die sich vor allem für die finanzielle Stützung notleidender Staaten einsetzt. Die ehemalige französische Finanzministerin war einzige Kandidatin, der IWF-Vorstand hatte die Entscheidung einstimmig getroffen.

Der IWF wird traditionell von einem Europäer oder einer Europäerin geführt, während die Schwesterorganisation Weltbank unter amerikanischer Leitung steht. In den Jahren 2000 bis 2004 hatte der spätere Bundespräsident Horst Köhler den Fonds in Washington geleitet.

"Mit dieser Entscheidung hat der Vorstand die starke und weise Führung von Frau Lagarde in ihrer ersten Amtszeit gewürdigt", sagte der Leiter des Gremiums, Alexej Mozin. In turbulenten Zeiten habe Lagarde die Mitglieder des IWF gestärkt. Lagarde hatte in jüngster Zeit vor allem vor einer zu frühen Straffung der Zinspolitik in den USA gewarnt. Dies könne Schwellen- und Entwicklungsländer in Schieflage bringen.

Christine Lagarde ist als IWF-Direktorin zu einer der Schlüsselfiguren der Eurokrise geworden. Weil der Fonds einigen Mitgliedsstaaten als Bedingung für Hilfskredite auch strikte Auflagen gemacht hat, gilt ihre Person in einigen Ländern als rotes Tuch. Zuletzt hatte es in Griechenland Aufruhr gegen Lagarde gegeben, weil der IWF dort eine Rentenreform zur Bedingung für Finanzhilfen gemacht hat. Viele Griechen befürchten, um ihre eingezahlten Beiträge geprellt zu werden.

"Ich freue mich darauf, den Mitgliedern weiter zu dienen und in der vor uns liegenden Zeit unsere wichtige Mission weiter zu führen", sagte Lagarde. Die Französin hatte bei ihrer Kandidatur auch die Unterstützung der Bundesregierung.

Unangenehm könnte für die zweifache Mutter noch eine Auseinandersetzung mit der französischen Justiz werden. Nach jahrelangen Ermittlungen soll sie nach dem Willen einer Untersuchungskommission vor Gericht - Grund ist eine undurchsichtige Zahlung an den Geschäftsmann Bernard Tapie während ihrer Amtszeit als Wirtschaftsministerin in Paris. Lagarde hat schon angekündigt, die Vorwürfe anzufechten.

dab/dpa