Besserer Risikoschutz IWF fordert Reformen von Eurozone
IWF-Chefin Christine Lagarde: "Umfassende politische Reaktion" gefordert
Foto: Jim Lo Scalzo / dpaDer Internationale Währungsfonds (IWF) fordert wegen anhaltend schwacher Wachstumsaussichten weitere Reformen und Konjunkturspritzen von der Eurozone. Die konjunkturelle Erholung werde zwar stärker - die Wirtschaft der 19 Euroländer soll im kommenden Jahr um 1,7 Prozent zulegen nach 1,5 Prozent in diesem Jahr. Die mittelfristigen Aussichten aber seien verhalten, schreibt der IWF in einem am Montag vorgelegten Bericht . Die Arbeitslosigkeit sei immer noch zu hoch.
Der IWF fordert eine "umfassende politische Reaktion". Länder mit finanziellem Spielraum und geringen öffentlichen Schulden sollten die im Stabilitäts- und Wachstumspakt angelegte Flexibilität zu mehr Investitionen nutzen. Euroländer mit Handelsbilanzüberschüssen sollten die Inlandsnachfrage stärken. Gemeint ist damit unter anderem Deutschland, auch wenn der IWF keine einzelnen Länder nennt.
Weitere mögliche Risiken für die Währungsunion seien auch Auswirkungen der Krise in Griechenland. Zwar hätten die Märkte auf die jüngsten Reformvereinbarungen der Geldgeber mit Athen weitgehend positiv reagiert. Aber größere Unsicherheiten könnten nicht ausgeschlossen werden. Die Politik solle alle zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um Risiken gegenzusteuern.
Aktuell erhole sich die Wirtschaft in der Eurozone dank wachsender Binnennachfrage, niedriger Ölpreise und des schwachen Euro. Die Euroländer seien aber anfällig für negative Schocks, heißt es in den Schlussfolgerungen weiter. Ein potenzielles mittelfristiges Wachstum von im Schnitt nur einem Prozent reiche nicht aus, um die Arbeitslosigkeit in vielen Ländern auf ein akzeptables Niveau zu senken.