Internationaler Währungsfonds: Deutsche sollen länger arbeiten - DER SPIEGEL
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IWF-Forderung Deutsche sollen länger arbeiten

Nach der OECD drängt nun auch der IWF die Bundesregierung, das Renteneintrittsalter zu erhöhen. Eine geringere Altersarmut wäre die Folge, wirbt der Währungsfonds.
Seniorinnen am Kemnader See in Bochum
Seniorinnen am Kemnader See in Bochum

Seniorinnen am Kemnader See in Bochum

Foto: Maja Hitij/ picture alliance / dpa
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Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert von Deutschland eine Rentenreform. Konkret drängen die IWF-Experten darauf, dass das Renteneintrittsalter erhöht wird. Es wäre hilfreich, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, schreiben die IWF-Experten in ihren Empfehlungen. "Ein längeres Arbeitsleben hätte eine doppelte Dividende zur Folge: Mehr Beschäftigung bei gleichzeitig geringerer Altersarmut."

Kürzlich hatte schon die Industrieländerorganisation OECD Deutschland geraten, das gesetzliche Renteneintrittsalter weiter anzuheben. Bisher soll es bis zum Jahr 2029 stufenweise auf 67 steigen. Ohne Reformen würden die Rentenausgaben bis zum Jahr 2060 um mindestens 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, warnte die OECD. Durch eine Kopplung des Rentenalters an die Entwicklung der Lebenserwartung könnte die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen gestärkt werden, so die OECD.

Die Bundesregierung ist bei diesem Thema gespalten. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, die Lebensarbeitszeit und die Lebenserwartung in einen Zusammenhang in der Rentenformel zu bringen. Der Bundesfinanzminister nimmt derzeit rund 317 Milliarden Euro ein, davon werden 111 Milliarden zur Altersversorgung eingesetzt, knapp 87 Milliarden gehen an die Rentenversicherung.

Nahles lehnt späteren Rentenbeginn ab

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) dagegen lehnt einen späteren Rentenbeginn ab. Sie hatte kürzlich bekräftigt, dass sie im Herbst ein Konzept für eine umfassende Reform vorlegen will, das alle drei Säulen im Blick hat.

Der IWF thematisiert nicht nur die Rente. "Weitere Fortschritte bei Strukturreformen würden das Potenzialwachstum beleben", heißt es im Länderbericht zu Deutschland. Es gebe immer noch Spielraum für zusätzliche Ausgaben, ohne gegen die strengen Schuldenregeln zu verstoßen, sagte IWF-Expertin Enrica Detragiache. "Wir denken, das wäre eine gute Investition in die Zukunft Deutschlands." Unter den seit vielen Jahren niedrigen öffentlichen Investitionen vor allem auf kommunaler Ebene haben aus Sicht des IWF neue Projekte gelitten. Das Leistungsbilanzplus dürfte in diesem Jahr nahe seinem Rekordniveau verharren, sagt der Währungsfonds voraus.

Der IWF geht von einem weiterhin moderaten Wirtschaftswachstum in Deutschland aus und erwartet in diesem Jahr einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent sowie von 1,6 Prozent im nächsten Jahr.

msc/dpa

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