Japan dürfte Sparziel verfehlen - DER SPIEGEL
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Prognose bis 2020 Japans Mega-Schulden wachsen trotz Reformen

Japans Schulden betragen fast das Zweieinhalbfache der jährlichen Wirtschaftsleistung - und dürften weiter wachsen: Laut amtlicher Analyse wird die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt auch 2020 noch neue Verbindlichkeiten anhäufen. Die Sparpläne der Regierung reichen nicht.
Premier Abe: Gewaltiges Schuldenproblem
Premier Abe: Gewaltiges Schuldenproblem

Premier Abe: Gewaltiges Schuldenproblem

Foto: Franck Robichon/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Japans Schuldenproblem verschlimmert sich. Laut einem Bericht des Kabinettsamts wird die Regierung vermutlich ihr Versprechen brechen, das sogenannte primäre Haushaltsdefizit bis 2020 gänzlich abzubauen.

Unter dem primären Haushaltsdefizit versteht man die Nettokreditaufnahme ohne Zinsen auf Staatsanleihen. Der amtlichen Analyse zufolge kann es mit den bisher verabschiedeten Sparmaßnahmen von 4,8 Prozent im Jahr 2013 nur auf rund ein Prozent im Jahr 2020 gedrückt werden.

Heißt: Die Schulden werden weiter wachsen. Für das Land ist das fatal. Die Staatsverschuldung beträgt inzwischen 240 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: Deutschland ist mit rund 80 Prozent des BIP verschuldet. Um das Problem noch in den Griff zu bekommen, müsste die Regierung deutlich drastischer sparen als bisher geplant.

Finanzminister Taro Aso will bisher die Umsatzsteuer bis 2015 auf zehn Prozent verdoppeln und zahlreiche Sozialleistungen kürzen. Ökonomen raten von diesen Maßnahmen ab: Durch sie könnte die Konjunktur abgewürgt werden.

ssu