Japan: Wirtschaft leidet unter schwachem Konsum - DER SPIEGEL
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Schwacher Konsum Japan rutscht überraschend in die Rezession

Die japanische Wirtschaft entwickelt sich überraschend schwach. Zwischen Juli und September schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt zum zweiten Mal in Folge, damit rutscht das Land offiziell in die Rezession. Die Börse reagiert geschockt.
Schwacher Konsum: Japan rutscht überraschend in die Rezession
Schwacher Konsum: Japan rutscht überraschend in die Rezession

Schwacher Konsum: Japan rutscht überraschend in die Rezession

Foto: ISSEI KATO/ REUTERS
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Tokio - Die Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung in Japan haben sich zerschlagen. Im dritten Quartal schrumpfte die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt überraschend um 0,4 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Montag mitteilte. Grund war vor allem der schwache Konsum.

Die japanische Wirtschaft kämpft noch immer damit, dass die Mehrwertsteuer im April angehoben wurde. Deswegen war die Wirtschaftsleistung bereits im Frühjahr um 1,9 Prozent gesunken. Bei einem Rückgang in zwei Quartalen hintereinander sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Eigentlich hatten Experten damit gerechnet, dass die japanische Wirtschaft wieder leicht wachsen würde. Der erneute Rückgang ist deshalb ein Schock für die Investoren. An der Tokioter Börse stürzte der wichtige Nikkei  -Index um rund drei Prozent ab. Der Wechselkurs des Yen   fiel im Vergleich zum Dollar auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren.

Auch für die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe bedeuten die Zahlen einen schweren Rückschlag. Abe war Anfang 2013 eigentlich angetreten, um das Land aus der Dauerkrise zu holen und hatte dafür ein radikales Programm zur Wirtschaftsstimulierung vorgestellt, das als Abenomics bekannt wurde. Es basiert auf billigem Geld, kreditfinanzierten Konjunkturprogrammen und Strukturreformen.

Zu den geplanten Reformen gehört auch die Anhebung indirekter Steuern wie der Mehrwertsteuer. Sie stieg im April von fünf auf acht Prozent und sollte eigentlich im Oktober 2015 auf zehn Prozent steigen. Dies gilt angesichts der schlechten Wirtschaftsdaten nun als unwahrscheinlich.

Ein Vertrauter von Abe hatte bereits angedeutet, dass der Regierungschef die zweite Stufe der Mehrwertsteuererhöhung wohl verschieben wolle. Außerdem könnte er Wahlen vorziehen, um mehr Rückhalt für seine Politik zu bekommen.

stk/Reuters